16. Mai 2017

Android optimieren: So geht’s

Ladezeiten verringern, Speicherplatz schaffen, Nutzeroberfläche individualisieren – Android bietet zur Optimierung zahlreiche Funktionen.

Android Updaten 500

Das mobile Betriebssystem Android muss nicht so bleiben, wie es die Smartphone-Hersteller aufgespielt haben. Mit einigen Tricks lässt sich Android schneller, flexibler und sicherer machen. Im Vergleich mit iOS ist es diesbezüglich klar im Vorteil.

Mit Launcher-Apps Android schneller machen

Einige Nutzer fühlen sich auf dem Homescreen ihres Smartphone nie richtig heimisch. Je nach Hersteller ist die Oberfläche vollgepackt, oder es fehlen nützliche Shortcuts und Icons.

Ein überfrachteter Homescreen kann außerdem zulasten der Performance gehen. Sogenannte Launcher-Apps erlauben es, die Nutzeroberfläche flexibel anzupassen und auf das Nötigste zu reduzieren.

Zwei der beliebtesten und besten Launcher-Apps sind der Nova-Launcher und der Apex Launcher. Beide Anbieter stellen auch kostenpflichtige Pro-Varianten mit erweiterten Funktionen bereit.

Im Vergleich zu Android sind Entwickler von Launcher Apps in Apples Mobile-Betriebssystem iOS in ihren Möglichkeiten deutlich eingeschränkter. Dementsprechend gibt es deutlich weniger Apps, die dazu einen deutlich geringeren Funktionsumfang aufweisen.

RAM freigeben für Performance-Steigerung

So schnell wie in den ersten Tagen der Benutzung wird das Handy nie wieder – oder etwa doch? Wer seinen Arbeitsspeicher (RAM) im Auge behält, kann die Geschwindigkeit zumindest deutlich verbessern. Zunächst gilt es, sich einen Überblick über laufende Programme zu verschaffen: Welche Anwendungen laufen im Hintergrund? Wie viel RAM verbrauchen sie? Werden sie überhaupt benötigt?

Im Android-Menü findet man unter "Einstellungen", "Apps", "ausgeführte Anwendungen" eine Liste der aktiven Prozesse. Hier wird auch der jeweils belegte Arbeitsspeicher eingeblendet.

Nach der Auswahl können die Apps geschlossen werden. Besonders schnell und leicht lässt sich RAM mit externen Tools wie dem Clean Master freigeben.

Der Clean Master beinhaltet weitere Funktionen zur Entlastung von Rechenkapazitäten und Akku. Eine besonders nützliche Funktion: Apps, die im Hintergrund immer wieder unerwünscht neu starten, werden erkannt und deaktiviert.

Apps im Hintergrund – nicht immer ein Nachteil

Allerdings können Apps, die im Hintergrund laufen, durchaus nützlich sein. Mail- und Messenger-Apps im Schlaf- oder Wartemodus belasten RAM und Akku nur geringfügig. Dafür melden sie sofort, wenn eine Nachricht eintrifft.

Wer häufig an die Grenzen des mobilen Datenkontingents stößt, sollte die "Hintergrunddaten" seines Systems prüfen. Um Android zu optimieren, lässt sich für jede App festlegen, ob sie bei mobiler Verbindung ins Netz Daten abruft oder nicht.

Die Einstellung befindet sich unter "Drahtlos & Netzwerk" und dem Menüpunkt "Datenverbrauch".

Altlasten vom Android-Speicher aufräumen

Wo ist eigentlich der ganze Speicherplatz geblieben? Ähnlich wie auf PC-Festplatten bleibt auch im Smartphone-Speicher einiges hängen, was nicht gebraucht wird. Cleaning-Apps wie der erwähnte Clean Master entfernen Dateirückstände und nicht genutzte Dateien.

Wer nach mehreren Monaten einen Reinigungsdurchlauf macht, kann häufig mehrere hundert Megabyte freigeben. Ein besonders großer Faktor ist dabei der Systemcache.

Mit Root-Zugriff die Leistung steigern

Der Root-Zugriff gewährt uneingeschränkte Systemrechte, auch solche, die der Hersteller nicht vorgesehen hat. Es lassen sich alle Apps deinstallieren und vorher nicht mögliche Einstellungen im Menü vornehmen – sogar das ganze Betriebssystem wird austauschbar.

Bei vielen Smartphones lässt sich mit einem Root-Zugriff außerdem der Arbeitsspeicher über die microSD-Karte erweitern. Zur RAM-Erweiterung wird neben dem Root-Zugriff eine App wie der Roehsoft-RAM-Expander benötigt. Das Rooten und der RAM-Ausbau sind allerdings nur etwas für erfahrene Nutzer.

Beim Rooten erlischt nämlich die Garantie des Herstellers, und im schlimmsten Fall kommt es zu einem "hard Brick" – ein Systemschaden, der sich nicht beheben lässt. Hier beschäftigen wir uns mit den Vor- und Nachteilen des Handy-Roots.

Android-Tuning hat seine Grenzen

Freigegebener RAM und ressourcenschonende Apps können dem Smartphone Beine machen – Wunder darf man allerdings nicht erwarten.

Die Akkuleistung nimmt zwangsläufig ab, je länger ein Gerät in Benutzung ist, und aktuelle Apps und Web-Anwendungen werden immer ressourcenhungriger. Deswegen heißt es genau hinzuschauen, wenn Apps das Blaue vom Himmel versprechen.

Zusammengefasst:

  • Der Android Homescreen lässt sich durch Launcher Apps anpassen
  • Durch die Freigabe von Arbeitsspeicher lassen sich Ladezeiten verkürzen
  • Apps helfen dabei, schnell und flexibel Speicher-Ressourcen freizugeben
  • Mit einem Root-Zugriff lässt sich der RAM über microSD erweitern

Redaktion

Hier schreibt die Redaktion von #digitalrepublic. Mal der und mal die. Geballte Technikkompetenz, Smartphone-Nerds und erfahrene App-Tester. Alles aus erster Hand und immer mit dem Blick für Digital Lifestyle.

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