5G-Netz - Schnelles mobiles Internet

5G wird Maßstäbe setzen und vieles verändern. In vielen Gebieten ist das High-Speed-Internet schon verfügbar.

Ein 5G-Emblem auf einem Gebäude.

Als Nachfolger von 4G bietet das 5G-Netz mehr Leistung, höhere Geschwindigkeiten und kürzere Latenzen (Verzögerungen bei der Datenübertragung). Und der Netzausbau geht stetig voran; viele Regionen in Deutschland können bereits auf den neuen Mobilfunkstandard zugreifen. Zudem haben auch zahlreiche Smartphone-Hersteller mittlerweile 5G-Handys auf den Markt gebracht.

5G ist da – und jetzt?

Viele Länder sind in Sachen 5G-Netz besser aufgestellt als Deutschland. Als erstes Land verkündete das – freilich sehr kleine – Fürstentum Monaco, sein 5G-Netz flächendeckend ausgebaut zu haben. In der Europäischen Union sind die Niederlanden Spitzenreiter, gefolgt von Deutschland. Im weltweiten Vergleich sind allerdings Staaten wie Saudi-Arabien, Südkorea und die USA noch weit voraus.

Dabei mischt Deutschland schon seit mehr als zwei Jahren im 5G-Zirkus mit. Im Juni 2019 versteigerte die Bundesnetzagentur die 5G-Netz-Frequenzen für insgesamt 6,5 Milliarden Euro. Die Mobilfunk-Provider wie Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) und 1&1 Drillisch erhielten den Zuschlag und teilten die Frequenzen untereinander auf. Das Wettrüsten begann.

Um 5G in Deutschland flächendeckend bereitzustellen, sind jedoch erhebliche finanzielle Investitionen von Seiten der Netzbetreiber nötig. Mehrere Milliarden Euro kostet es, das 5G-Netz in Deutschland wie geplant aufzubauen. Zahlreiche Mobilfunkmasten müssen modernisiert und noch mehr neue errichtet werden.

5G-Netz: Diese Eigenheiten besitzt der neue Mobilfunkstandard

Da 5G-Sendemasten eine geringere Reichweite als ihre Vorgänger haben, werden die Funkzellen kleiner und es gibt mehr von ihnen. Eine Funkzelle ist das jeweilige Gebiet, dem ein Sendemast zugeordnet ist.

Gleichzeitig sind die Anbieter beim Netzausbau wesentlich flexibler als noch beim 4G-Standard. Denn beim 5G-Netz wird auf drei verschiedene Slices zurückgegriffen: niedrige Latenzen, hohe Bandbreiten und geringer Energiebedarf. Die Provider können den Ausbau des Netzes entsprechend steuern – je nachdem, welche Eigenschaft im jeweiligen Gebiet am ehesten benötigt wird.

Die vier beteiligten Provider gehen beim 5G-Netzausbau zum Teil sehr unterschiedlich vor. Genauer gesagt setzen die Anbieter auf unterschiedlich hohe Frequenzen. Das hat letztlich sowohl Auswirkungen auf die Datenrate als auch auf die Reichweite.

Vodafone setzt beispielsweise vorrangig auf Frequenzen von rund 700 MHz. Damit kann der Provider eine größere Fläche abdecken, allerdings führt dies zu einer vergleichsweise niedrigen Übertragungsrate. Highspeed-Frequenzen gibt es bei Vodafone bislang fast nur in größeren Städten.

Das 5G-Netz der Telekom greift dagegen vermehrt auf 3,5-GHz-Frequenzen zurück, die Datenraten von bis zu 1 Gbit/s ermöglichen. Auch Telefónica baut vermehrt auf Frequenzen um 3,5 GHz, allerdings erreichen die entsprechenden Sender nur Raten von etwa 500 Mbit/s. Das 5G-Netz von 1&1 Drillisch steckt noch in den Kinderschuhen; fixe Zahlen liegen daher noch nicht vor.

5G in Deutschland: Das ist der Fahrplan

Für den 5G-Netzausbau in Deutschland gibt es eigens definierte Auflagen. Darin ist unter anderem festgelegt, dass Telekom, Vodafone und Telefónica den 5G-Standard bis Ende 2022 bereitstellen sollen – zumindest in weiten Teilen von Deutschland. 1&1 Drillisch, das ja erst etwas später ins Geschäft eingestiegen ist, lässt sich entsprechend mehr Zeit.

Die Vorgaben sehen etwa vor, dass bis Ende 2022 in jedem Bundesland zumindest 98 Prozent der Privathaushalte auf Datenraten von 100 Mbit/s zugreifen können. Außerdem soll auf allen Bundesautobahnen eine Rate von mindestens 100 Mbit/s bei maximal 10 Millisekunden Latenz möglich sein. 1&1 Drillisch soll bis Ende 2023 25 Prozent der Privathaushalte mit 5G versorgen.

Allerdings ist es fraglich, ob diese ambitionierten Ziele tatsächlich erreicht werden können. Denn Stand jetzt ist noch längst nicht jedes Gebiet in Deutschland mit 5G versorgt. Das liegt unter anderem daran, dass die Basisstationen vergleichsweise teuer sind und die Genehmigungsverfahren für Antennenstandorte in Deutschland europaweit am längsten dauern.

Alternativ – oder wenn du dich in einem 5G-Netz-Loch befindest – bleibt LTE der zweitschnellste Mobilfunkstandard, der uns praktisch als „Lückenfüller“ auch noch einige Zeit begleiten wird. Und wenn du noch nicht so recht an die 5G-Revolution glauben magst, findest du bei uns zum Beispiel attraktive Telekom-Tarife mit Handy – und LTE – zu Top-Konditionen.

Tipp: Wenn du wissen willst, wie in deiner Region der Stand der Dinge ist, empfehlen wir dir die Online-Karten der Netzbetreiber. Schaue einfach auf den Websites der Provider vorbei, um dir einen aktuellen Eindruck zu verschaffen.

Warum der 5G-Standard kommen muss

Die Einführung von 5G als Mobilfunkstandard ist unausweichlich. Das Ziel lautet, mit dem neuen Standard mobiles Internet mit Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s bereitzustellen. Damit wäre das 5G-Netz rund 10- bis 100-mal schneller als 4G. Ob das wirklich realistisch ist? Das werden wir im Laufe des Jahres 2022 sehen.

Beachtliche Werte verspricht 5G dafür im Bereich der Latenz: So ermöglicht der Mobilfunkstandard der fünften Generation einen Ping von 1 Millisekunde, was de facto Echtzeitkommunikation bedeutet. Zum Vergleich: Die Reaktionszeit von 4G liegt ungefähr bei 20 bis 80 Millisekunden.

Warum ein leistungsfähigeres und schnelleres Netz nötig ist, bedarf kaum einer Erklärung: Schließlich ist die Datenmenge, der das Mobilfunknetz standhalten muss, seit Einführung des mobilen Internets rasant gestiegen – und ein Ende des Wachstums ist nicht absehbar. Vielmehr lassen internetfähige Geräte wie Wearables und Smart Home Devices die Menge an Daten immer weiter steigen:

Infografik: Gute Gr\u00fcnde f\u00fcr den mobilen Netzausbau | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Auf lange Sicht lassen sich die riesigen Datenmengen nur dank besserer und schnellerer Netztechniken verarbeiten.

Was bringt der neue Mobilfunkstandard?

Wer sich mit 5G beschäftigt, stößt schnell auf das Schlagwort Internet of Things (IoT). Als „Internet der Dinge“ bezeichnet man internetfähige Maschinen und Gegenstände, die sich miteinander vernetzen lassen und die kommunizieren können.

Experten gehen davon aus, dass das IoT die Arbeits- und Lebenswelt der Menschen verändern wird. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf die annähernde Echtzeitkommunikation, die 5G ermöglichen soll. So könnte das High-Speed-Internet folgende Bereiche nachhaltig beeinflussen:

  • Industrie 4.0: Chips und Sensoren in Maschinen sollen eine zuverlässige Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) ermöglichen. Auf diese Weise lassen sich Arbeitsprozesse optimieren und wertvolle Ressourcen sparen.

  • Smart Living: Smart-Home-Geräte werden immer beliebter und werden mit 5G als Mobilfunkstandard wohl auf noch mehr Interesse stoßen. Echtzeitkommunikation und hohe Übertragungsraten sollen das Wohnen in Zukunft noch komfortabler machen.

  • Autonomes Fahren: Die Möglichkeiten im Bereich des autonomen Fahrens stoßen sowohl in der Industrie als auch bei Verbrauchern auf Interesse. An Autobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen muss die Infrastruktur, die eine adäquate Echtzeitkommunikation ermöglicht, noch entstehen.

5G-Handy: Diese Modelle sind bereits auf dem Markt

Auch wenn ein flächendeckendes 5G-Netz derzeit noch Zukunftsmusik ist, hindert das die großen Smartphone-Hersteller nicht daran, schon jetzt mit einer beeindruckenden 5G-Flotte auf den Markt zu strömen – frei nach dem Motto: „In ist, wer’s als Erstes hat!“ Hier findest du eine kleine Auswahl der bisher erhältlichen 5G-Smartphones im Überblick:

Tipp: In unserer Bestenliste findest du die aktuell besten 5G-Handys!

Vielleicht ist ja das passende Modell für dich dabei? Oder du hast deinen Favoriten schon in der Hand und suchst noch einen passenden Vertrag? Kein Problem! Unsere 5G-Tarife ohne Handy funktionieren auch mit einem 5G-Smartphone.

Fazit zum 5G-Netz

  • 5G verspricht Datenübertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s sowie geringe Latenzen.

  • Seit Versteigerung der deutschen 5G-Frequenzen im Juni 2019 geht der Netzausbau langsam, aber sicher voran. In immer mehr Städten und ländlichen Regionen kannst du den schnellen Standard nutzen, musst aber noch eine Weile mit Netzlücken rechnen.

  • Bis Ende 2022 soll der 5G-Standard im Großteil Deutschlands zur Verfügung stehen.

  • Viele Smartphone-Hersteller bieten bereits jetzt das eine oder andere hochkarätige 5G-Handy an. Zu den besten zählen das iPhone 13, das Samsung Galaxy S21 und das Xiaomi Mi 11.

  • Wenn Milliarden Geräte und Maschinen weltweit vernetzt werden, wird das „Internet of Things“ mehr und mehr zur Realität.

Foto: ©Shutterstock/Rocco Herrmann

Mia

Mia fragt immer als erste, was das neue Smartphone außer Telefonieren, Fotografieren und Musikabspielen noch kann. Gut so. Mehr als neue Technik und das Internet liebt Mia nur ihren kleinen Sohn.

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