20. März 2019

Alles rund um NFC

NFC war einst Underdog unter den Funkstandards. Nun zeigt er seine Stärke – und dass er mehr kann als nur Mobile Payment.

DR_Titelbild_NFC

Near Field Communication (NFC) gehört seit Langem zur Standardausstattung von Smartphones. Doch die Entwicklung von praktischen Anwendungsmöglichkeiten des drahtlosen Funkstandards nimmt erst seit Kurzem Fahrt auf.

NFC-basierte Mobile-Payment-Dienste sind aktuell auf dem Vormarsch, und auch im Smart-Home-Bereich entdeckt man immer mehr Einsatzgebiete für die „Nahfeldkommunikation“. Grund genug, sich einmal genauer mit dem drahtlosen Funkstandard NFC zu beschäftigen.

Basiswissen: Was ist NFC?

NFC dient der draht- und kontaktlosen Datenübertragung zwischen NFC-Geräten auf kurzer Distanz. Dabei erzielt der Funkstandard eine maximale Übertragungsgeschwindigkeit von 424 Kbit/s. Zum Vergleich: Geräte, die über Bluetooth 4 verfügen, übermitteln Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Mbit/s. Für geringe Datenmengen ist NFC jedoch oft die bessere Wahl.

NFC hat im Vergleich zu WLAN oder Bluetooth zwar eine geringe Reichweite, aber genau aus dieser Einschränkung ergibt sich seine wesentliche Stärke: Dank der geringen Übertragungsdistanz ist es für Dritte deutlich schwieriger, Daten abzufangen. Damit ist NFC für den schnellen Datenaustausch in sensiblen Bereichen wie dem Zahlungsverkehr regelrecht prädestiniert.

Zudem lassen sich NFC-Chips unkompliziert in Geräten und Gegenständen verbauen. Aus diesem Grund könnte die NFC-Technologie in diversen Bereichen – wie Smart-Home, Mobile Payment oder in der Industrie – auf lange Sicht weiter an Bedeutung gewinnen. Inzwischen werden NFC-Chips beispielsweise häufig in folgenden Geräten und Gegenständen verbaut:

  • Smartphones und Tablets
  • EC- und Kreditkarten
  • Kartenlesegeräte
  • Lautsprecher und Kopfhörer
  • Werbeplakate
  • Infoterminals
  • Fahrkartenautomaten

Wie funktioniert NFC?

Um Informationen auszutauschen, genügt es, den Sender kurz an ein Empfangsgerät zu halten. Dafür dürfen maximal zehn Zentimeter zwischen Empfänger und Sender liegen. In der Praxis ist die Reichweite von NFC meist geringer. Lesegeräte an der Supermarktkasse funktionieren beispielsweise nur auf eine Distanz von bis zu vier Zentimetern.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen aktivem und passivem NFC. Bei der aktiven Nahfeldkommunikation können beide Geräte Daten senden und empfangen. Bei passiver NFC-Nutzung wird ein NFC-Tag (ein spezieller RFID-Tag: radio-frequency identification) über einen NFC-Chip (z. B. im Smartphone oder Tablet) aktiviert, um die im RFID-Tag gespeicherten Daten auszulesen.

Ein weiterer Vorteil von NFC ist die schnelle und einfache Verbindung von Geräten. Bei Bluetooth nimmt diese oft einige Sekunden in Anspruch, während eine Verbindung via NFC in Sekundenbruchteilen aufgebaut ist. So lassen sich beispielsweise auch Daten von einem zum anderen Smartphone oder von einem Smartphone zum Tablet problemlos übertragen.

Mobile Payment mit NFC: Der Durchbruch ist da

Den größten Markt für NFC bildet das Mobile Payment, also die kontaktlose Vorortzahlung mit Smartphone, Kredit- oder EC-Karte. Während andere Länder schon einige Jahre den Komfort der NFC-basierten Zahlungsart zu schätzen wissen, hat es lange gedauert, bis diese mobile Bezahlungsart auch in Deutschland angekommen ist.

Mit der Einführung von Apple Pay und Google Pay hat sich die Entwicklung des Mobile Payment in Deutschland allerdings rapide beschleunigt. Auch die Sparkasse hat im Sommer 2018 einen mobilen Bezahldienst via NFC gestartet. Zudem nutzen immer mehr Unternehmen des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs und zunehmend auch Eventlocations NFC für das Ticketing.

Ein wesentlicher Vorteil der NFC-basierten Zahlung ist, dass du bei kleineren Beträgen oft keine PIN eingeben musst. Unter Umständen ist jedoch eine Initiierung via Fingerabdrucksensor notwendig. Einige Anbieter beschränken allerdings die Höhe des Betrags, der über Mobile Payment gezahlt werden kann.

Im Zuge der Einführung mobiler Bezahldienste sind auch kritische Stimmen aufgekommen. So besteht eine relevante Schwachstelle darin, dass Unbefugte Daten von NFC-Chips durchaus auslesen und dann weiterverkaufen könnten. Dafür müssen sie lediglich mit einem im Handel erhältlichen Lesegerät in unmittelbare Nähe des Smartphones oder Portemonnaies gelangen.

Wofür lässt sich NFC noch nutzen?

Der Zahlungsverkehr ist bei weitem nicht der einzige Funktion für die Nahfeldkommunikation. Denn NFC-Tags können mit unterschiedlichen Informationen und Befehlen belegt werden. Diese Tags kann man einfach auf Oberflächen aufkleben, ohne dass für die Nutzung eine Stromzufuhr notwendig wäre. So lassen sich via NFC-Tags beispielsweise Produktinformationen, Bilder oder URLs mit dem Smartphone abrufen. In Museen und anderen Kultureinrichtungen hat sich diese Technik bereits bewährt.

Vor allem im Smart-Home-Bereich bestehen zahlreiche Möglichkeiten für die Nutzung von NFC. Dafür muss man lediglich einen entsprechenden Befehl auf ein NFC-Tag speichern. Ein möglicher Befehl ist zum Beispiel das Ausschalten von WLAN. So könntest du beim Verlassen deiner Wohnung das WLAN ausstellen, indem du das Smartphone einfach an das NFC-Tag hältst. In Audio-Geräten werden NFC-Tags schon seit Längerem dafür eingesetzt, den Verbindungsvorgang von Bluetooth-Empfänger und -Sender zu initiieren.

NFC-Nutzung unter iOS und Android

Apple war mit der Freigabe von NFC-Funktionen lange zurückhaltend. Mit der Einführung von Apple Pay können iPhones (ab der 6. Generation) nun doch einige Informationen über NFC auslesen. Durch die Freigabe der Core-NFC-Schnittstelle für Entwickler lassen sich auf NFC-Tags gespeicherte Informationen mittlerweile mit einigen Apps auslesen.

Mit einem iPhone der neuesten Generation – beispielsweise einem iPhone XS, XS Max oder XR – kannst du NFC-Tags jetzt auch ohne zusätzliche Apps auslesen.

Android ist gegenüber NFC schon seit Langem offen. Im Google Play Store findest du dementsprechend zahlreiche Apps, mit denen du NFC-Tags selbst beschreiben kannst. Unter iOS ist dies nur mit einem Jailbreak des iPhones möglich. Für Android-Smartphones gibt es dagegen Apps wie Trigger oder NFC TagWriter.

NFC-Tags beschreiben: So geht‘s

Du musst kein Entwickler sein, um NFC-Tags zu beschreiben. Personalisierte Befehle lassen sich vergleichsweise einfach initiieren und an bestimmte „Trigger“ koppeln. Dafür benötigst du lediglich ein NFC-Tag. Diese gibt es in zahlreichen Elektronikfachmärkten und Onlineshops.

Aktiviere zunächst die NFC-Funktion in den Einstellungen deines Smartphones. Mit einer entsprechenden App kannst du sofort loslegen.

Die App Trigger bietet dir eine kleine Auswahl an Vorschlägen, welche Befehle du auf dein Tag schreiben kannst. Aber du kannst selbstverständlich auch eigene Befehle speichern.

Screenshots NFC-Einstellungen in Android.

Ein Beispiel: Du steigst ins Auto und verbindest dein Smartphone über Bluetooth mit dem Autoradio. Über das NFC-Tag werden dann automatisch auch die mobilen Daten aktiviert, um Musik-Streaming zu ermöglichen.

Damit sich Besucher via NFC unkompliziert in dein WLAN-Netzwerk einloggen können, kannst du sogar ohne App dein WLAN-Passwort auf ein Tag speichern.

Lege einfach deinen Finger auf das Netzwerksymbol in den Einstellungen deines Smartphones, bis sich die Optionen öffnen. Wähle „NFC-Tag beschreiben“ und schon sind die Netzwerkinformationen gespeichert.

Screenshots NFC-Einstellungen in Android

Alles Wichtige über NFC

  • NFC ist ein funkbasierter Übertragungsstandard mit geringer Reichweite zwischen Empfänger und Sender.
  • Die geringe Reichweite erschwert es Dritten deutlich, Daten abzufangen.
  • Man unterscheidet zwischen aktivem und passivem NFC-Modus.
  • Über NFC-Tags lassen sich Informationen und Befehle an Oberflächen hinterlegen.
  • Mit Android-Geräten sind NFC-Tags über entsprechende Apps einfach personalisierbar.

Foto: ©Shutterstock/LDprod

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