Nachhaltige Smartphones im Vergleich

Nachhaltigkeit und Umweltschutz zählen zu den zentralen Themen unserer Zeit. Das erkennen auch immer mehr Handy-Hersteller.

Eine Hand hält ein Smartphone mit einem Baum.

Ausbeutung von Ressourcen, umweltschädigende Chemikalien, prekäre Arbeitsverhältnisse: Die Herstellung von Handys ist mit vielen Problemen behaftet. Aus diesem Grund bemühen sich immer mehr Marken, ihre Geräte möglichst umweltschonend zu produzieren. Lies hier, was nachhaltige Smartphones ausmacht und welche Hersteller beim Thema „grünes Handy“ vorne mit dabei sind.

Was macht ein nachhaltiges Smartphone aus?

Zentraler Faktor in puncto „nachhaltige Smartphones“ ist natürlich der Umweltaspekt. Bei der konventionellen Herstellung eines Handys werden hunderte Kilogramm seltener Erden verwendet, wobei nicht nur der Abbau der Metalle, sondern auch die weiten Transportwege Unmengen von CO2 freisetzen. Hinzu kommt, dass Einzelteile wie Akkus oft nicht mehr ausgetauscht werden können.

Leider können auch nachhaltige Smartphone-Hersteller bei der Produktion nicht komplett auf diese problematischen Metalle verzichten. Allerdings lässt sich die Langlebigkeit der Geräte steigern, indem die einzelnen Bestandteile des Handys so verbaut werden, dass sie bei Bedarf repariert werden können.

Zum Thema Nachhaltigkeit gehört übrigens nicht nur der ökologische, sondern auch der soziale Aspekt. Viele der Minen, aus denen die seltenen Erden stammen, befinden sich in instabilen Regionen Afrikas. Die Arbeitsbedingungen sind vielerorts verheerend; selbst Kinderarbeit gehört zur Tagesordnung. Auch diesen Umstand nehmen erste Hersteller in Angriff.

Fairphone

Immer mehr Menschen schätzen nachhaltige Smartphones – auch in Deutschland. Da kommt es gerade recht, dass sich der niederländische Hersteller Fairphone aufgemacht hat, um sich für eine nachhaltigere Smartphone-Produktion engagieren. Mit dem FP1 hat Fairphone 2013 sein erstes Modell releast; seitdem folgten eine Reihe weiterer Handys.

Aktuelles Vorzeigemodell ist das Dual-SIM-fähige Fairphone 3+, das sich bei umweltbewussten Nutzern großer Beliebtheit erfreut. Zwar gibt es bei der einen oder anderen Hardware-Komponente noch deutlichen Nachholbedarf. Das Kamerasystem – vor allem die Selfie-Cam – liefert beispielsweise eher ausbaufähige Resultate und auch bei der Darstellung ist noch Luft nach oben.

Dafür legt Fairphone viel Wert auf Ressourcenschonung. Charakteristisch für die Handys des niederländischen Herstellers ist, dass die Geräte modular aufgebaut sind. Das bedeutet, dass die einzelnen Teile bei einem Defekt ganz leicht ausgetauscht werden können. Darüber hinaus bemüht sich Fairphone um faire Arbeitsbedingungen bei der Produktion und transparente Lieferketten.

Shiftphone

Auch der nachhaltige Smartphone-Hersteller Shift hat sich längst einen Namen gemacht. Das Unternehmen aus Deutschland baut wie Fairphone auf modulare Smartphones, um etwaige Reparaturen zu erleichtern. Sogar das Display, der Prozessor und die Kamera lassen sich in kurzer Zeit leicht ausbauen. Ersatzteile bekommst du auf Anfrage vom Hersteller.

Die Produktion erfolgt in China, wobei Shift eigenen Angaben zufolge auf größtmögliche Transparenz achtet, um faire Arbeitsbedingungen sicherzustellen. Zudem sollen Kunden durch ein Gerätepfand dazu animiert werden, alte Shiftphones zurückzubringen. Funktionierende Einzelteile verwendet das Unternehmen anschließend wieder für die Produktion neuer Smartphones.

Das aktuelle Flaggschiff der Marke ist das Shiftphone 6m. Das preiswerte Smartphone erweist sich – nicht zuletzt wegen der austauschbaren Teile – als äußerst langlebig, der Akku hält dank einer Kapazität von 4240 mAh lange durch und ein Zehn-Kern-Chip von Mediatek sorgt für eine solide Leistung. Allerdings gibt es auch beim Shiftphone 6m erhebliche Mängel in Sachen Kamera.

Auch Apple zieht mit

Hersteller wie Apple oder Samsung legen ebenfalls immer häufiger ein Augenmerk auf Nachhaltigkeit. So verzichteten die beiden Tech-Giganten bei ihren letzten Flaggschiff-Modellen erstmals auf ein neues Netzteil und Kopfhörer im Lieferumfang. Auf diese Weise sollen laut den Unternehmen Ressourcen geschont werden.

Apple will bis 2030 sogar komplett klimaneutral produzieren. Diese Vorgabe soll sich auch auf sämtliche Lieferketten, die Nutzung und das Recycling erstrecken. Schon jetzt setzt Apple bei der Herstellung größtenteils auf wiederverwendete seltene Erden, wiederverwendetes Wolfram und Verpackungen aus recyceltem Material. Arsen und Quecksilber kommen gar nicht mehr zum Einsatz.

Das Wichtigste im Überblick

  • In den letzten Jahren haben verstärkt nachhaltige Smartphone-Hersteller wie Fairphone und Shift auf sich aufmerksam gemacht.

  • Die beiden Hersteller setzen auf Transparenz bei der Produktion und modulare Bauweisen, um Reparaturen zu erleichtern und somit nachhaltige Smartphones anbieten zu können.

  • Auch andere Hersteller wie Apple setzen verstärkt auf ökologische Nachhaltigkeit und eine umweltverträgliche Produktion. So werden bei Apple etwa seltene Erden mehrmals verwendet.

Foto: ©Shutterstock/Production Perig

Mia

Mia fragt immer als erste, was das neue Smartphone außer Telefonieren, Fotografieren und Musikabspielen noch kann. Gut so. Mehr als neue Technik und das Internet liebt Mia nur ihren kleinen Sohn.

Alle Artikel aufrufen
Themen dieses Artikels
Apple Fairphone