05. Oktober 2017

Handystrahlung: Gibt es Grund zur Sorge?

Mögliche gesundheitsschädliche Folgen von Handystrahlung sorgen immer wieder für Diskussionen. Wir klären auf.

DR-Titelbild-Handystrahlung

Seit Handys eine Massenware sind, gibt es Spekulationen um deren Strahlung und mögliche gesundheitliche Folgen. Wenn dabei von „Strahlung“ die Rede ist, sind in der Regel (hochfrequente) elektromagnetische Wellen bzw. Felder gemeint. Sie können in unterschiedlichen Frequenzen und Stärken auftreten.

Nicht nur Handys strahlen

Die „Strahlung“ elektronischer Geräte tritt natürlich nicht nur bei Handys, sondern auch bei einer Reihe anderer Geräte auf. Dazu gehören beispielsweise WLAN-Router, Radios und Mikrowellenöfen. In diesem Zusammenhang fällt häufig das Stichwort „Elektrosmog“.

Die Begriffe „Strahlung“ und „Smog“ implizieren, dass von elektromagnetischen Feldern Gefahr ausgeht. So eindeutig ist die Sache allerdings nicht. Vielmehr ist es so, dass die Diskussion um mögliche Risiken regelmäßig für Unstimmigkeiten sorgt – auch unter Wissenschaftlern.

Ob begründet oder nicht – Personen, die angeben, dass sie unter Handystrahlung leiden, werden als „elektrohypersensibel“ bezeichnet. In Schweden ist die Elektrohypersensibilität seit 2009 sogar als Behinderung anerkannt.

Der Stand der Forschung zur Handystrahlung

Forschungseinrichtungen haben zahlreiche wissenschaftliche Studien durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und möglichen Folgen für den Körper zu untersuchen. Als potenzielle Folgeerscheinungen werden Kopfschmerzen und Müdigkeit, aber auch ein erhöhtes Krebsrisiko genannt.

Dass es so viele Studien sind, deutet darauf hin, dass deren Ergebnisse bislang keine klaren Rückschlüsse zulassen oder sich sogar bisweilen widersprechen. Während in manchen Studien kein Zusammenhang ersichtlich ist, wollen andere einen solchen nicht ausschließen.

Um zu einer umfassenden Bewertung der Risiken zu kommen, haben Experten im Auftrag der Europäischen Kommission eine Vielzahl von Studien zu magnetischen Feldern ausgewertet. Ihr Fazit ist eindeutig: Nachweisbare Belege für einen Zusammenhang zwischen der Strahlung durch elektromagnetische Felder und Erkrankungen konnten sie nicht ausmachen – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Warum es Grenzwerte für Handystrahlung gibt

Die Experten der Kommission verweisen in ihrem Bericht auf festgelegte Grenzwerte für elektromagnetische Felder. Es handelt sich dabei in erster Linie um die sogenannte spezifische Absorptionsrate (SAR), die in Watt pro Kilogramm Körpergewicht gemessen wird.

Der Wert gibt an, wie viel Energie ein Mensch über magnetische Felder aufnimmt. Eine zu hohe SAR könnte zur Folge haben, dass sich die Körpertemperatur durch die Energieaufnahme erwärmt, was wiederum zu gesundheitlichen Schäden führen kann.

Die internationale Kommission für den Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (INIRP) hat daher für Handys einen maximalen Grenzwert von 2 Watt pro Kilogramm festgelegt. Die EU und damit auch Deutschland haben sich seit Ende der neunziger Jahre dazu verpflichtet, diesen einzuhalten. Das Bundesamt für Strahlenschutz prüft die Handystrahlung oder genauer den SAR-Wert seit 2002.

Fazit: Strahlung von Handys kein Gesundheitsrisiko

  • Unter Handystrahlung versteht man hochfrequente elektromagnetische Felder.
  • Diese werden nicht nur von Handys, sondern auch von Routern, Radios und Mikrowellenöfen erzeugt.
  • Strahlungsgegner verweisen darauf, dass gesundheitliche Risiken durch Handystrahlung nicht ausgeschlossen werden können.
  • Experten der Europäischen Kommission haben 2014 in Studien herausgestellt, dass es keine Belege für gesundheitliche Schäden gibt, wenn die vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten werden.

Foto: ©Shutterstock/Kostenko Maxim

Redaktion

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