eSIM: Bye bye zur Plastik-SIM-Card

Bald könnte es eng werden für Micro-SIM, Nano-SIM & Co., denn die eSIM ist auf dem Vormarsch. Hier erfährst du mehr darüber.

Eine Vektorgrafik, die eine eSIM darstellt.

Langsam, aber sicher löst die „embedded SIM“ (kurz: eSIM) die herkömmliche SIM-Karte aus Plastik ab. Das heißt: Wenn du ein neues Gerät in Betrieb nimmst, brauchst du keine SIM-Karte mehr einzulegen. Bei einer eSIM-Karte handelt es sich um einen bereits ins Handy integrierten Chip, der sich über Funk bespielen lässt.

Analysten erwarten in den kommenden Jahren ein großes Wachstum im eSIM-Markt, das unter anderem von Schlüsselakteuren wie Gemalto, Infineon Technologies, Nxp Semiconductors, Giesecke & Devrient sowie Deutsche Telekom vorangetrieben wird.

Keine Zukunftsmusik mehr

Schon vor Jahren war das Thema „eSIM“ in aller Munde. Damals galt vieles davon noch als Theorie, zumindest im Mobilfunkbereich. Mittlerweile hat sich das geändert und die „embedded SIM“ ist allmählich auf dem Vormarsch.

Bei den (Premium-)Modellen einiger Anbieter ist bereits eine eSIM verbaut. Das iPhone 13 Pro Max ist beispielsweise ebenso mit der embedded SIM ausgestattet wie das Google Pixel 6 Pro, das Samsung Galaxy S21 Ultra und das Oppo Find X3 Pro. Übrigens: All diese Modelle findest du auch bei uns im Shop.

Doch die eSIM kannst du längst nicht nur in Verbindung mit Smartphones nutzen. Auch viele weitere Geräte, wie zum Beispiel Tablets, Notebooks und Smartwatches, laufen optional mit der embedded SIM. Sogar manche Autos und E-Bikes sind mit der Technologie ausgestattet.

eSIM einrichten: Schritt für Schritt erklärt

Wenn du den eSIM-Tarif auf deinem neuen Smartphone aktivieren möchtest und dieses gerade erst gekauft hast, ist es wichtig, dass du zunächst einmal das Gerät selbst einrichtest. Anschließend nimmst du den QR-Code zur Hand, den dir dein Anbieter zur Einrichtung der eSIM bereitgestellt hat, und arbeitest die folgenden Schritte ab:

  1. Wenn du ein iPhone nutzt, öffnest du die Einstellungen und navigierst zu „Mobiles Netz“. Sofern du ein Android-Modell besitzt, öffnest du die Einstellungen und wählst danach „Verbindungen“ und „SIM-Kartenverwaltung“. Je nach Android-Gerät kann der Pfad auch variieren. Im Zweifelsfall suchst du einfach auf der Website des jeweiligen Herstellers, wie du zur SIM-Kartenverwaltung gelangst.

  2. Im Anschluss ist das Prozedere bei iOS und Android fast identisch. Wähle „Mobilfunktarif hinzufügen“ bzw. „Mobilfunkanbieter hinzufügen“ und scanne den oben erwähnten QR-Code mit der Kamera deines Smartphones. Falls dir kein QR-Code zur Verfügung gestellt wurde, findest du diesen in der Regel auch auf der Website des Anbieters.

  3. Nun musst du den eSIM-Tarif nur noch bestätigen. Hierfür benötigst du die ePIN, die dir dein Provider ebenfalls zur Verfügung gestellt haben müsste. Sollte dies nicht der Fall sein, findest du die ePIN in der Regel auf dessen Website.

eSIM-Karte: Das sind die Vorzüge

Sobald du die eSIM eingerichtet hast, ist dein Profil auf dem integrierten eSIM-Chip verfügbar – samt aller gewünschten Tarif-Details. Jeder Chip bietet gleich mehreren Profilen Platz. Diese kannst du auch wieder löschen, etwa, wenn du dein Handy weiterverkaufst. Oder du aktivierst dein Profil bei Bedarf auf mehreren Geräten, zum Beispiel auf Smartphone und Smartwatch.

Noch ein Plus: Wenn du dein Handy im Ausland nutzen willst, kannst du deine eSIM auch für einen dortigen Landestarif nutzen und gleichzeitig deinen deutschen Tarif behalten. Bei Bedarf wechselst du einfach zwischen den Profilen hin und her. Schöne neue Handy-Welt!

Je nach Anbieter sind die Möglichkeiten aber ggf. etwas eingeschränkt. Angenommen, du willst eine Telefon-Flat beim einen und eine Internet-Flat beim anderen Anbieter nutzen. Dann musst du ebenfalls entsprechend zwischen den Profilen wechseln. Zudem gestattet nicht jeder Anbieter, dass du weitere Profile auf deine eSIM-Karte lädst. Am besten informierst du dich also im Vorfeld.

Unterschiedlicher Support-Stand

Derzeit gibt es in puncto eSIM bei deutschen Mobilfunk-Anbietern noch große Unterschiede. Während einige Anbieter die eSIM-Unterstützung im Rahmen ihrer Mobilfunktarife bereits ermöglichen und somit zunehmend das Plastik für herkömmliche SIM-Karten einsparen, setzen andere Anbieter auch im Jahr 2021 noch gar nicht auf eSIM und verschieben den Einstieg.

So mancher Provider stellt aber auch bereits seine gesamte Tarifpalette für Neukunden auf eSIM um. Einige Anbieter führen die embedded SIM zunächst in Form einer Zweitkarte ein, damit Kunden bei Bedarf beides nutzen können. Die meisten aktuellen Geräte besitzen nämlich parallel noch den guten alten SIM-Card-Slot.

Augen auf beim Handy-Kauf

Wenn du ein Handy kaufst und dich erst danach für einen Provider entscheidest, solltest du darauf achten, dass dein Provider abdeckt, was dein Smartphone braucht. Wenn du nicht gerade ein Smartphone gekauft hast, das ausschließlich mit einer eSIM-Card läuft, wie etwa das Motorola Razr (2019), bist du in puncto Flexibilität wahrscheinlich auf der sicheren Seite.

Zudem bietet noch nicht jeder Provider die Umstellung auf eSIM online an. Womöglich musst du dazu also bei einem stationären Händler bzw. Service Point in deiner Nähe vorbeischauen.

eSIM: Prepaid bleibt meist außen vor

Die oft gestellte Frage, wann ein umfassender eSIM-Support auch für Prepaid-Tarife folgt, bleibt bislang von Provider-Seite noch weitgehend unbeantwortet. Lediglich bei der Telekom gibt es die Option, einen Prepaid-Tarif mit einer eSIM zu verbinden, allerdings nur, wenn du diese nicht als Multi-SIM nutzt.

Die meisten anderen Mobilfunk-Anbieter betrachten eSIM derzeit eher als Premium Feature und somit auch als Option höherpreisiger Postpaid-Tarife. Es kann also noch etwas dauern, bis sich der eSIM-Tarif auch im Prepaid-Bereich durchsetzt.

Das Wichtigste im Überblick

  • eSIM ist der Nachfolger der Plastik-SIM-Card. Auf dem im Gerät verbauten Chip kannst du mehrere Profile speichern.

  • Die moderne Variante der SIM-Card spart Platz im Smartphone, erspart dir den fummeligen Einbau und verringert Plastikmüll.

  • Derzeit findest du häufig noch Geräte, die beides an Bord haben: embedded SIM und den guten alten SIM-Slot für die Plastik-Karte.

  • Nicht jeder Anbieter hat bereits auf eSIM umgestellt. Vor allem im Prepaid-Bereich gibt es noch Defizite.

  • Wenn du ein neues Smartphone oder Tablet kaufst, achtest du am besten darauf, ob das betreffende Gerät ausschließlich eSIM unterstützt – und ob dein Wunsch-Provider bereits entsprechende Tarife anbietet.

Lisa

Lisa hat schon früher ihren kleinen Brüdern die neuesten Gadgets erklärt. Sie weiß aber nicht nur technisch viel, sondern auch, wo es in Hamburg die beste Pizza gibt.

Alle Artikel aufrufen