11. Dezember 2019

eSIM: Bye bye zur Plastik-SIM-Card

Langsam wird es eng für Micro-SIM, Nano-SIM und Co., denn „embedded SIM“ ist auf dem Vormarsch. Hier erfährst du mehr.

eSIM

Langsam, aber sicher löst „embedded SIM“ (kurz: eSIM) die herkömmliche SIM-Karte aus Plastik ab. Das heißt: Wenn du ein neues Gerät in Betrieb nimmst, brauchst du keine SIM-Karte mehr einzulegen. Bei einer eSIM-Card handelt es sich um einen bereits ins Handy integrierten Chip, der sich über Funk bespielen lässt.

Analysten erwarten in den kommenden Jahren ein großes Wachstum im eSIM-Markt, das unter anderem von Schlüsselakteuren wie Gemalto, Infineon Technologies, Nxp Semiconductors, Giesecke & Devrient sowie Deutsche Telekom vorangetrieben wird.

Keine Zukunftsmusik mehr

Schon vor Jahren war das Thema „eSIM“ in aller Munde. Damals war vieles davon noch Theorie, zumindest im Mobilfunkbereich. Mittlerweile hat sich das geändert und die „embedded SIM“ ist langsam, aber sicher auf dem Vormarsch. Bei den (Premium-)Modellen einiger Anbieter sind bereits eSIM-Cards verbaut.

Zu den bislang erhältlichen eSIM-fähigen Geräten (Stand 3. Quartal 2019) zählen beispielsweise:

  • iPhone 11, Pro und Pro Max
  • iPhone XS, XS Max und iPhone XR
  • Google Pixel 4 und 4 XL
  • Google Pixel 3, 3a und 3a XL

Scan dich glücklich!

Mit diesen und weiteren Geräten kannst du also bereits die Vorzüge der embedded SIM nutzen und dir künftig Do-it-yourself-Aktionen wie den Ein- und Ausbau der SIM-Karte sparen. Wenn du fortan den Mobilfunkanbieter wechseln willst, Tarifdetails ändern möchtest oder beispielsweise mehrere Tarife parallel nutzen magst, musst du nur noch einen QR-Code mit deinem Handy einscannen.

Schon ist dein Profil auf dem integrierten eSIM-Chip verfügbar – samt aller gewünschten Tarif-Details. Jeder Chip bietet gleich mehreren Profilen Platz. Diese kannst du auch wieder löschen und dein Handy weiterverkaufen. Oder du aktivierst dein Profil bei Bedarf auf mehreren Geräten, zum Beispiel auf Smartphone und Smartwatch.

Noch ein Plus: Wenn du dein Handy im Ausland nutzen willst, kannst du deine embedded SIM auch für einen dortigen Landestarif nutzen und gleichzeitig deinen deutschen Tarif behalten. Bei Bedarf wechselst du einfach zwischen den Profilen hin und her. Schöne neue Handy-Welt!

Je nach Anbieter sind die Möglichkeiten aber ggf. etwas eingeschränkt. Angenommen, du willst eine Telefon-Flat beim einen und eine Internet-Flat beim anderen Anbieter nutzen. Dann musst du ebenfalls entsprechend zwischen den Profilen wechseln. Zudem gestattet nicht jeder Anbieter, dass du weitere Profile auf deine eSIM lädst. Am besten informierst du dich also gründlich im Vorfeld.

Unterschiedlicher Support-Stand

Derzeit gibt es in puncto eSIM bei deutschen Mobilfunk-Anbietern noch große Unterschiede: Während einige Anbieter die eSIM-Unterstützung im Rahmen ihrer Mobilfunktarife bereits ermöglichen und somit zunehmend das Plastik für herkömmliche SIM-Karten einsparen, setzen andere Anbieter Ende 2019 noch gar nicht auf eSIM und verschieben den Einstieg.

So mancher Provider stellt aber auch bereits seine gesamte Tarifpalette für Neukunden auf eSIM um. Ein Mittelweg: Einige Anbieter führen die embedded SIM zunächst in Form einer Zweitkarte ein, damit Kunden bei Bedarf beides nutzen können. Die meisten aktuellen Geräte besitzen nämlich parallel noch den guten alten SIM-Card-Slot.

Wenn du ein Smartphone mit eSIM-Unterstützung testen möchtest, solltest du dich für ein Google-Pixel-Phone entscheiden. Als Apple-Fan bist du beim iPhone 11 Pro (Max), 11, XS (Max) und XR an der richtigen Adresse. Diese findest du auch bei uns im Shop.

Augen auf beim Handy-Kauf

Wenn du ein Handy kaufst und dich erst danach für einen Provider entscheidest, solltest du darauf achten, dass dein Provider abdeckt, was dein Smartphone braucht. Wenn du nicht gerade das neue Motorola RAZR hast, das ausschließlich mit einer eSIM-Card läuft, bist du in puncto Flexibilität wahrscheinlich auf der sicheren Seite.

Zudem bietet noch nicht jeder Provider die Umstellung auf eSIM sofort online an. Womöglich musst du dazu also bei einem stationären Händler bzw. Service Point in deiner Nähe vorbeischauen.

Prepaid bleibt bislang außen vor

Die oft gestellte Frage, wann ein umfassender eSim-Support auch für Prepaid-Tarife folgt, bleibt bislang von Provider-Seite noch weitgehend unbeantwortet. Viele Mobilfunk-Anbieter betrachten eSIM derzeit eher als Premium Feature und somit auch als Option höherpreisiger Postpaid-Tarife. Es kann also noch etwas dauern, bis sich eSIM-Tarife auch im Prepaid-Bereich durchsetzen.

Das Wichtigste im Überblick

  • eSIM ist der Nachfolger der Plastik-SIM-Card. Auf dem im Gerät verbauten Chip kannst du mehrere Profile speichern.
  • Die moderne Variante der SIM-Card spart Platz im Smartphone, erspart dir den fummeligen Einbau und verringert Plastikmüll.
  • Derzeit findest du häufig noch Geräte, die beides an Bord haben: embedded SIM und den guten alten SIM-Slot für die Plastik-Karte.
  • Nicht jeder Anbieter hat bereits auf eSIM umgestellt. Vor allem im Prepaid-Bereich gibt es noch Defizite.
  • Wenn du ein neues Smartphone oder Tablet kaufst, achtest du am besten darauf, ob das betreffende Gerät ausschließlich eSIM unterstützt – und ob dein Wunsch-Provider bereits entsprechende Tarife anbietet.
Martin

Technik begeisterterter Apple-Jünger und Design-Freak. Verwandelte schon sein Kinderzimmer in ein Smart-Home, lange bevor es den Begriff gab. Folgt ihm auf Instagram.

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