Apps auf SD-Karte verschieben: So geht’s

Wenn der interne Speicher knapp wird, muss Platz geschaffen werden: So verschiebst du Apps auf die SD-Karte.

Eine klassische SD-Karte liegt auf einem hölzernen Untergrund.

Fotos, Videos, Musik und Apps benötigen sehr viel internen Smartphone-Speicher. Während du Mediendateien ohne Probleme in die Cloud auslagern kannst, ist es nicht möglich, Apps in die Wolke zu übertragen. Bei Smartphones mit microSD-Slot hast du jedoch die Möglichkeit, Apps auf eine SD-Karte zu verschieben. Wir erklären dir hier, wie das geht und wie du damit Speicherplatz gewinnst.

SD-Karte formatieren: So funktioniert’s

Bevor du Apps von deinem Smartphone auf eine externe Speicherkarte verschieben kannst, musst du letztere erst noch formatieren. Dabei gilt es, zwei Dinge zu beachten. Erstens: Du kannst die SD-Karte nur noch in Verbindung mit diesem Handy und mit keinem anderen Gerät mehr verwenden, wenn sie intern formatiert wird.

Zweitens: Alle Daten, die sich auf der SD-Karte befunden haben, gehen verloren. Gegebenenfalls empfiehlt sich also eine Datensicherung, bevor du die Speicherkarte formatierst.

Um die Speicherkarte zu formatieren, musst du die folgenden drei Schritte abarbeiten:

  1. Öffne die Einstellungen deines Smartphones und navigiere zu der Option „Speicherplatz & USB/SD-Karte“.

  2. Drücke auf „Als intern formatieren“.

  3. Anschließend wird dich das Gerät fragen, ob die Daten auf der Speicherkarte gespeichert werden sollen. Bestätige diese Anfrage und warte, bis das Smartphone einen Neustart durchgeführt hat.

Apps auf SD-Karte verschieben bei Android

Der Speicherort einer App ist in den Android-Systemeinstellungen angegeben. Dort kannst du auch Apps auf eine SD-Karte verschieben. Befolge einfach diese sechs Schritte:

  1. Gehe in die Einstellungen deines Smartphones.

  2. Rufe den Menüpunkt „Apps“ auf.

  3. Wähle aus der Liste die App aus, die du auf die SD-Karte packen willst.

  4. Tippe auf die Option „Speicher“.

  5. Ist als Speicherort „Interner Speicher“ angegeben, gehe auf „Ändern“.

  6. Wähle als neuen Speicherort für deine App „SD-Karte“ aus.

Je nach Android-Smartphone können sich die Hersteller-Oberflächen und somit die Bezeichnungen der Menüpunkte unterscheiden. Das Prinzip ist jedoch überall gleich.

Apps auf SD-Karte bringen mit Migrations-Apps

Natürlich gibt es bei Google Play einige Apps, mit denen du Dateien oder Anwendungen auf deine SD-Karte verfrachten kannst, zum Beispiel „Files“ ( Android). Migrations-Apps bieten oftmals noch eine Reihe anderer Funktionen, die sich als nützlich erweisen können. Folgendermaßen gehst du vor, wenn du mit „Files“ Apps auf deine SD-Karte verschieben willst:

  1. Lade die App aus dem Google Play Store herunter und öffne sie.

  2. Drücke auf das „Bereinigen“-Icon unten links.

  3. Anschließend navigierst du zu „Auf SD-Karte verschieben“ und tippst auf „Auswählen & bis zu [xxx] freigeben“. Die Angabe in den eckigen Klammern bezieht sich auf den Speicheranteil, den du zur Verfügung stellen möchtest.

  4. Markiere alle Apps (oder auch sonstige Dateien), die du auf die Speicherkarte verschieben möchtest.

  5. Wähle die Option „Auf SD-Karte verschieben“.

Übrigens: „Files“ beinhaltet nicht nur eine Migrationsfunktion, mit der du Apps auf die SD-Karte verschieben kannst, sondern auch Features zur Dateiverwaltung und -freigabe.

Eine weitere Anwendung, die sich super dafür eignet, Apps auf eine SD-Karte zu verschieben, ist das Tool „AppMgr III (App 2 SD)“ ( Android). Sie bietet eine Übersicht über die verschiebbaren Apps und bietet die Funktion, Anwendungen automatisiert auf die SD-Karte zu schieben.

Außerdem nützlich: System-Anwendungen, die sich nicht deinstallieren lassen, kannst du mithilfe der App auf deinem Smartphone verstecken, sodass sie nicht mehr auftauchen. Darüber hinaus kannst du nicht benötigte Apps einfrieren, sodass Sie keinen Speicher und Prozessorleistung beanspruchen.

Du siehst: „AppMgr III (App 2 SD)“ bietet eine ganze Reihe an praktischen Funktionen. Allerdings solltest du unbedingt beachten, dass du dein Smartphone für diese App rooten musst. Das kann aus mehreren Gründen problematisch sein. Zum einen kann dein Handy beim Rooten beschädigt werden. Zum anderen erlischt durch den Root-Vorgang in aller Regel die Garantie des Herstellers.

Apps auf SD-Karte verschieben geht nicht – warum?

Sehr wahrscheinlich wirst du in den Android-Einstellungen Apps finden, bei denen der „Ändern“-Button nicht eingeblendet ist. In solchen Fällen lässt sich die App leider nicht auf die SD-Karte verschieben. Häufig handelt es sich dann um vorinstallierte Apps, Google-Dienste oder solche, die systemrelevant sind.

Für gewöhnlich hast du aber die Möglichkeit, solche Apps zu deaktivieren. Die Anwendungen befinden sich dann zwar immer noch auf dem Gerät, allerdings werden sämtliche Updates gelöscht und auch keine neuen mehr heruntergeladen. Heißt im Klartext: Der Speicherplatz, den all diese Apps verbrauchen, wird auf ein Minimum beschränkt.

Es kann außerdem vorkommen, dass nur Teile einer App auf die SD-Karte wandern und andere, für das Ausführen der App notwendige Teile, auf dem internen Speicher bleiben.

Lassen sich iPhone-Apps auf eine SD-Karte auslagern?

Wer auf seinem iPhone den verfügbaren Speicherplatz erschöpft hat, guckt leider in die Röhre. Denn anders als Android-Smartphones verfügen iPhones nicht über einen microSD-Slot. Dieser Umstand ist vor allem für Nutzer bitter, die noch ein älteres iPhone mit einem kleinen internen Speicher besitzen.

Abhilfe können spezielle USB-Speicher-Sticks mit Lightning-Anschluss oder SD-Kartenleser schaffen. Allerdings kannst du nur Bilder, Dateien, Videos oder Musik darauf speichern, Apps lassen sich nicht verschieben.

Wissenswertes zu SD-Karten als App-Speicher

  • microSD-Karten, die in Android-Smartphone eingelegt werden, sind kleiner als herkömmliche SD-Karten, die häufig in Kameras stecken. Mit einem entsprechenden Adapter kannst du microSDs aber auch in SD-Steckplätze schieben.

  • Welche microSD-Kartengröße ein Smartphone zur Erweiterung des internen Speichers unterstützt, variiert von Gerät zu Gerät. Aktuelle Smartphones wie das Samsung Galaxy S10 oder das Sony Xperia 5 unterstützen mittlerweile microSD-Karten mit einer Kapazität von bis zu 512 GB.

  • Neben der Kapazität ist die Geschwindigkeit bzw. Bandbreite ein weiteres Unterscheidungskriterium zwischen microSD-Karten. Wenn du Apps auf die SD-Karte verschieben willst, ist die Bandbreite für die Übertragungsgeschwindigkeit mitentscheidend. Die unterstützte Bandbreite wird auf den Karten in Klassen bzw. UHS-Klassen angegeben.

Übrigens: Es gibt auch Android-Smartphones, die keinen Steckplatz für eine microSD haben, zum Beispiel das Samsung Galaxy S21. Als Alternative stellt der Tech-Experte aus Südkorea seinen Kunden einen üppigen Flash-Speicher zur Verfügung. Die Anschaffung des Samsung-Flaggschiffs lohnt sich also trotzdem.

Zusammengefasst: So schiebst du Apps auf SD-Karte

  • Bei Android-Smartphones, die über eine Speichererweiterung verfügen, lassen sich Apps relativ einfach auf die SD-Karte verschieben.

  • Du kannst die Migration über die Einstellungen oder mithilfe von Apps vornehmen.

  • Nicht alle Apps lassen sich auf die SD-Karte verschieben. Vor allem System-Anwendungen sind fest im Betriebssystem des Smartphones verankert.

  • Da iPhones keinen microSD-Slot besitzen, lassen sich iOS-Anwendungen nicht auf eine SD-Karte verschieben.

  • microSD-Karten unterscheiden sich hinsichtlich Kapazität und Ladegeschwindigkeit.

Foto: ©Shutterstock/Adragan

Lisa

Lisa hat schon früher ihren kleinen Brüdern die neuesten Gadgets erklärt. Sie weiß aber nicht nur technisch viel, sondern auch, wo es in Hamburg die beste Pizza gibt.

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