14. März 2019

Android Rooten und Superuser werden

Android Rooting ermöglicht den weitreichenden Zugriff auf das Betriebssystem. Erfahre hier, was es damit auf sich hat.

DR_Titelbild_Android_Rooten

Dein Smartphone bekommt keine neuen Updates mehr oder du möchtest vorinstallierte Apps löschen? Dann könnte Android Rooting die Lösung für dich sein. Noch nie davon gehört? Wir verraten dir, was es damit auf sich hat, wie du dein Handy rooten kannst und welche Risiken dieser Eingriff birgt.

Android Rooting: Was ist das?

Als Android-Nutzer hast du nur eingeschränkte Rechte, um Veränderungen am Betriebssystem und den Einstellungen deines Smartphones oder Tablets vorzunehmen. Wenn du dich nicht mit den begrenzten Möglichkeiten abfinden möchtest, kannst du dich einer in Tech-Kreisen beliebten Methode bedienen – dem Android Rooting.

Mithilfe eines Android Roots gelingt es dir, auf die Kernfunktionen deines OS zuzugreifen. Dadurch erhältst du Root-Rechte, die weit über die Standardrechte eines normalen Smartphone-Users hinausgehen. Denn diese machen dich zum Administrator des Systems – zum „Superuser“.

Der Begriff „Rooten“ lässt sich nicht 1:1 ins Deutsche übersetzen, kann aber vom Englischen root für „Wurzel“ abgeleitet werden. Du dringst sinngemäß bis zu den Wurzeln des Betriebssystems vor.

Ursprünglich kommt der Begriff aus dem Linux-Universum: Unter „root“ versteht man innerhalb von Linux-Betriebssystemen einen Nutzer, der mit den höchsten Zugriffsrechten ausgestattet ist und das System als Superuser umfassend modifizieren kann.

Warum Android Rooting sinnvoll sein kann

Superuser schwören auf die zahlreichen Möglichkeiten, die ihnen ein Root des Betriebssystems bietet. Denn dank umfassender Zugriffsrechte ist der Nutzer in der Lage, weitreichende Veränderungen an Software- und Hardware-Einstellungen sowie an der Gestaltung der Bedienoberfläche durchzuführen. Sogar Besitzer älterer Geräte können davon profitieren, das Handy zu rooten.

Zu den beliebtesten Anwendungen zählen zum Beispiel folgende Einstellungen:

  • Übertaktung der CPU, um die Prozessor- bzw. Geräteleistung zu erhöhen
  • Untertaktung der CPU, um den Akku zu schonen und die Betriebsdauer zu erhöhen
  • vorinstallierte, unnötige oder überladene Software (Bloatware) löschen
  • Anwendungen von Drittanbietern installieren, die es nicht im Google Play Store gibt
  • erweiterte Treiber oder Kernel-Module installieren
  • Speicherplatz freigeben und Daten auf SD-Karten verschieben
  • ein anderes OS installieren (Custom ROMs wie LineageOS)
  • Gerätesteuerung, Bedienung, Themes auf individuelle Anforderungen anpassen
  • Lautstärke-Maximum erhöhen
  • Betriebssystem updaten, wenn es von Herstellerseite nicht mehr unterstützt wird

Welche Risiken bestehen beim Android Rooting?

Der Eingriff in das Betriebssystem ist nicht ungefährlich: Wer Android rooten möchte, setzt die Sicherheitsmechanismen außer Kraft und legt quasi das gesamte OS frei. Dadurch kann sich Schadsoftware leichter einschleusen. Datendiebstahl und Schäden am Smartphone können die Folge sein.

Ist ein Smartphone nach dem Android Rooting nicht mehr funktionsfähig, ist das Gerät „gebrickt“. Dabei unterscheidet man zwischen einem Soft Brick und einem Hard Brick: Während du das Gerät bei einem Soft Brick durch umfangreiche Maßnahmen noch retten kannst, ist das Gerät bei einem Hard Brick irreparabel beschädigt.

Hier offenbart sich ein weiteres Problem: Denn sobald du dein Smartphone oder Tablet gerootet hast, erlischt die Garantie des Gerätes. Die meisten Hersteller zeigen sich dann sogar unbarmherzig bei Schäden, die nicht durch das Android Rooting hervorgerufen wurden.

Manche Hersteller wie HTC oder Sony sind jedoch etwas kulanter: Wenn der Schaden nicht auf das Rooten des Handys zurückzuführen ist, entscheiden diese eher zum Wohle des Kunden. Unabhängig von der Garantie bleibt aber die Gewährleistung auch bei einem gerooteten Handy bestehen.

Selbst bei einem erfolgreichen Android Root kann der Systemeingriff unliebsame Folgen nach sich ziehen. Da viele Apps und Anwendungen den Zugriff von einem gerooteten Handy aus verweigern, können sie anschließend nicht mehr genutzt werden. Vor allem Anbieter von Streaming-Diensten und Banking Apps stellen sich dahingehend quer.

Was sollte man beim Rooten von Android beachten?

Wenn du dein Handy rooten möchtest, solltest du zunächst einige Vorkehrungen treffen. Sichere unbedingt deine persönlichen Daten, die sich auf dem Gerät befinden. Auch ein Backup der Anwendungen und Einstellungen kann unter Umständen nützlich sein.

Idealerweise solltest du eine Original-ROM eines Betriebssystems haben, um das Gerät wieder bootfähig zu machen, falls der Root schiefgehen sollte. Alternativ bietet sich eine Custom-ROM an.

Um Android zu rooten, müssen dein PC und das Gerät miteinander kommunizieren. Dafür aktivierst du zunächst das USB-Debugging in den Entwickleroptionen deines Smartphones oder Tablets. Du findest die Entwickleroptionen nicht? Wenn du siebenmal schnell auf die Buildnummer in den Geräteeinstellungen tippst, werden sie sichtbar.

Zudem benötigst du eine „Android Debugging Bridge“ (ADB), zum Beispiel das Programm von ADB Driver. Die Software fungiert als Schnittstelle und sorgt dafür, dass du Befehle über den Bootloader von deinem PC aus zum Android-Gerät senden kannst. Gegebenenfalls musst du den Bootloader mit einem Befehl entsperren.

Um Android zu rooten, benötigst du außerdem ein Toolkit, das du auf deinem PC installierst. Mit diesem Toolkit führst du den Prozess aus. Anschließend kannst du das aktualisierte Original-OS oder ein Custom-Betriebssystem auf deinem Gerät implementieren.

Da sich die Programme und der Root-Vorgang je nach Hersteller voneinander unterscheiden, solltest du dich über dein spezielles Modell informieren, bevor du startest. Auf der Website von TWRP oder XDA Developers findest du Anleitungen, Tipps und Kits für zahlreiche Smartphones und Tablets.

 Android Rooting: Das Wichtigste zusammengefasst

  • Dank Android Rooting kann ein Nutzer als Administrator („Superuser“) auf die Kernfunktionen des Betriebssystems
  • Superuser können umfassende Veränderungen an Hard- und Software vornehmen.
  • Das Rooten des Handys kann Schäden am System verursachen und zur völligen Funktionsuntüchtigkeit des Smartphones oder Tablets führen.
  • Sobald ein Handy gerootet wird, verliert der Nutzer den Garantieanspruch. Auch diverse Apps und Dienste können nicht mehr verwendet werden.
  • Der Root-Vorgang unterscheidet sich je nach Hersteller und Gerät.

Foto: ©Titelbild/Shutterstock

Redaktion

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