21. November 2016

Social Impact Lab im Interview

Dannie Quilitzsch, Standortleiterin und Mastercoach, über die Mission von Social Impact Lab Hamburg und die Zukunft vom Coworking.

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Vom Social Impact Lab redet man gerne als von einer Heimat für Sozialunternehmen. Worin liegt eigentlich sein Mehrwert?

In unseren Räumen entsteht Community. Durch den Austausch über die Arbeitsplätze hinweg, in der Kaffeeküche oder in einem unserer zahlreichen Workshops und Netzwerk-Events können die Projekte und Gründer sich austauschen, gegenseitig unterstützen und stärken.

Das Lab ist ein Nährboden für Kooperationen. Social Impact kann auf ein großes Netzwerk zurückgreifen und ist dadurch sehr häufig Türöffner für die Projekte im Lab, wodurch einfacher als ohne diese Unterstützung die richtigen Multiplikatoren oder potentiellen Partner gefunden werden.

Last but not least entstehen ja bei uns innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen. Wir sind quasi die Keimzelle, die einen geschützten Rahmen, die hilfreichen Ressourcen und schlussendlich den notwendigen Stups in die Richtung Gründung geben. Dass hier im Lab soviele Projekte gegründet werden, hat zur Folge, dass sich unsere Alumnis auch ein Stück weit verbunden fühlen. Dadurch entsteht die wertvolle Community, auch über das Gründungsstipendium hinaus.

Ihr seid ständig auf der Suche nach Geschäftsideen, die eine gesellschaftliche Veränderung vorantreiben wollen. Wie kann es einem am besten gelingen, einen guten Umsatz zu erarbeiten und zugleich einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen? Gibt es vielleicht einige nennenswerte Beispiele?

Hier gibt es kein Pauschalrezept. Wir erarbeiten mit jedem Projekt eine individuelle Strategie für die Finanzierung. Das hängt sowohl vom Produkt, dem „Kunden“ und in unserem Fall als Social Business auch vom Nutzer ab, der meistens nicht der „Kunde“ ist. Man kann auch nicht generell sagen, dass die eine Finanzierung besser ist als die andere. Alles hat Vor- und Nachteile. Wir unterstützen innerhalb unseres Stipendiums die Teilnehmer dabei, das richtige Business Modell für ihre Idee zu entwickeln und daraufhin eine Finanzierung aufzustellen. Mit dem Programm Social Impact Finance bieten wir bei der Finanzierung Unterstütztung – ob Crowdfunding, Startfinanzierung oder den Kontakt zu Investoren, auch hier schauen wir individuell, was das jeweilige Projekt braucht.

Drei Beispiele aus Hamburg sind Bridge & Tunnel, Refugee Canteen und die Waldmenschen. Bridge & Tunnel hat für die Erstfinanzierung einen privaten Investor gefunden, die Refugee Canteen eine Stiftung. Bridge & Tunnel wird außerdem zum Teil subventioniert vom Arbeitsamt, da sie Langzeitarbeitslose in Beschäftigung bringen. Und nicht zuletzt verkaufen sie die hergestellten Produkte im eigenen Online Shop. Die Refugee Canteen finanziert sich hauptsächlich durch Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheine vom Arbeitsamt, da die Teilnehmer von Ihnen für eine spätere Beschäftigung vorbereitet und qualifiziert werden. Zudem lassen sie sich von Unternehmen und Stiftungen die Sachkosten sponsorn und finanzieren.

Die Waldmenschen hingegen haben eine Genossenschaft gegründet. Mit jedem Genossenschaftsanteil wird ein Stück Wald in Panama finanziert, der gleichzeitig eine nachhaltige Geldanlage ist. So sind die Mitglieder der Genossenschaft gleichzeitig Finanzier und Nutzer - wenn Waldmenschen die Generationenwälder pflanzt, trägt das zu unserem CO2 Ausgleich auch in Deutschland bei.

Das sind jetzt alles sehr spezielle Geschäftsmodelle. Es gibt auch Projekte, die sich mit Crowdfunding, Spenden von Stiftungen oder öffentlichen Zuwendungen finanzieren. Uns ist es vor Allem wichtig, die Projekte darauf vorzubereiten, ein nachhaltiges Finanzierungsmodell auf die Beine zu stellen.

Wie steht es Deiner Meinung nach aktuell um den Gründerstandort Hamburg? Hat sich etwas in letzter Zeit zum Positiven oder Negativen geändert?

Hamburg entwickelt sich aus meiner Sicht sehr positiv. Hier geht zwar alles immer etwas langsamer als zum Beispiel in Berlin, dafür hat es Substanz. Die Hamburger lassen sich nicht so schnell überzeugen, sondern schauen sich alles genauer und von mehreren Aspekten an, bevor sie sich für etwas entscheiden.

Das merkt man auch an unseren Stipendiaten. Wir haben keine so hohe Quantität an Gründern im Lab, dafür eine sehr hohe Qualität.

Welche Trends zeichnen sich momentan aus Eurer Erfahrung in Sachen Coworking ab? Sehnen sich Coworkers heute nach etwas, was sie vorher vielleicht nicht erwartet haben?

Wir sind mit dem Social Impact Lab ja eine Nische, da bei uns nur Projekte und Coworker sitzen, die in dem Sozialen Bereich unterwegs sind. Wir merken, dass immer mehr Menschen Interesse an gemeinschaftlichen Büroräumen haben, auch bei uns steigen die Anfragen. Gleichzeitig spüren wir auch eine Entwicklung in Richtung der Spezialisierung, was unserer Nische gleich kommt: Menschen, die vorher in anderen Coworking-Spaces oder Büros waren, kommen jetzt zu uns, weil sie merken, dass sie hier das Umfeld bekommen, das sie in ihrer eigenen Nische besser abholt und unterstützt.

Inwiefern wird im Social Impact Lab eine Internationalität gelebt? Tut Deutschland Eurer Meinung nach genug, um ausländische Jungunternehmer und Hochqualifizierte anzulocken?

Wir arbeiten jetzt schon mit mehreren Ländern zusammen an dem Aufbau von Inkubatoren oder Coworking-Spaces für Sozialgründer. Wir sind häufig Partner in Internationalen Inkubatoren oder Netzwerken – Norbert Kunz ist sehr viel im Ausland unterwegs.

Ob Deutschland genug tut, um Jungunternehmer oder Hochqualifizierte anzuziehen, kann ich nicht beantworten. Die Frage klingt wie sie gestellt ist für mich auch eher wie eine unterschwellige Anklage.

Generell finde ich, dass Deutschland gerade in den letzten Jahren sehr viel getan hat, um der Welt zu zeigen, dass wir internationale Menschen willkommen heißen, egal wie qualifiziert sie sind, und dass die Regierung daran arbeitet, Programme und Initiativen aufzusetzen und zu fördern, die Menschen, die hierher kommen in die Beschäftigung und wirtschaftliche Teilhabe zu bringen.

Es kann immer mehr getan werden, aus meiner Sicht tut es jedem gut, erst einmal bei sich anzufangen und zu überlegen, was man anbieten kann, bevor man die Regierung oder wen auch immer dafür verantwortlich macht.

Worauf seid Ihr besonders stolz, wenn Ihr auf die vergangenen Jahre zurückblickt?

Wir haben in nur 5 Jahren in Deutschland, Österreich und Schweiz über 250 Soziale Projekte durch das Stipendium begleitet, etwa 150 davon haben gegründet. In unseren inzwischen sechs Social Impact Labs haben wir Communities geschaffen, die miteinander an der Zukunft arbeiten und damit an besseren Lebensbedingungen für alle auf diesem Planeten. Viele davon sind Leuchttürme, die wiederum andere Menschen und Gründer inspirieren, an Innovationen für gesellschaftliche Herausforderungen zu arbeiten.

Jedem von uns, der bei Social Impact arbeitet, geht das Herz auf, wenn wir beobachten können, wie ein Stipendiat sich von einer Idee bis zur Gründung im Stipendium entwickelt. Es macht uns stolz, für diese Gründer eine Heimat zu sein, die ihnen das ermöglicht.

Fotos © facebook / Social Impact Lab

Nik

Hamburger Jung mit dem Mundwerk am rechten Fleck. Als Onliner lang in der digitalen Szene unterwegs und mit Jungunternehmern verquickt.

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