19. August 2019

Wasserdichte Handys: Was halten sie aus?

Ist dein Smartphone wasserdicht? Erfahre hier, wie viel Wasser dein Handy verträgt und was die Schutzklassen bedeuten.

Wasserdichte Handys

In Japan sind wasserdichte Handys ein alter Hut. Der Schutz vor Wassereindringen ist dort schon lange ein wichtiges Verkaufsargument – nicht nur bei speziellen Modellen für den Outdoor-Bereich. Mittlerweile findest du aber auch auf dem deutschen Markt viele wasserdichte Smartphones. Wie viel Wasser ein Handy aushält, verrät die IP-Schutzklasse. Sie wird vom Hersteller angegeben.

Was sind IP-Schutzklassen?

Was das Galaxy S10 von Samsung und das iPhone XS von Apple gemeinsam haben? Beide sind der Schutzklasse IP68 zugeordnet. Aber was genau bedeutet das eigentlich?

Die Abkürzung „IP“ steht für „International Protection Mark“. Dabei handelt es sich um eine Norm (DIN EN 60529), die von der Internationalen Elektronischen Kommission (IEC) verabschiedet wurde. Ihr Zweck ist es, den Schutzgrad von Geräten gegen Wasser und Staub vergleichbarer zu machen. Die Schutzklassen geben an, wie gut ein Gehäuse die Elektronik gegen Fremdkörper und Wasser schützt.

Wie wasserdicht ist mein Smartphone laut Schutzklasse?

Jede IP-Kennung endet mit einer zweistelligen Nummer. Die erste Ziffer verrät, wie resistent ein Handy gegen Staub und Fremdkörper einer bestimmten Größe ist. Die zweite Ziffer gibt an, wie wasserdicht ein Smartphone ist. Grundsätzlich gilt dabei: Je höher die Ziffer, desto besser ist dein Handy gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt.

Bedeutung der ersten Ziffer der IP-Schutzklasse

  • 0: Kein Schutz
  • 1: Schutz gegen feste Fremdkörper (Durchmesser ab 50 Millimeter)
  • 2: Schutz gegen feste Fremdkörper (Durchmesser ab 12,5 Millimeter)
  • 3: Schutz gegen feste Fremdkörper (Durchmesser ab 2,5 Millimeter)
  • 4: Schutz gegen feste Fremdkörper (Durchmesser ab 1,0 Millimeter)
  • 5: Schutz gegen Staub in schädigender Menge
  • 6: Schutz gegen Eindringen von Staub

Bedeutung der zweiten Ziffer der IP-Schutzklasse

  • 0: Kein Schutz
  • 1: Schutz gegen senkrecht fallendes Tropfwasser
  • 2: Schutz gegen schräg fallendes Tropfwasser (Neigungswinkel bis 15°)
  • 3: Schutz gegen schräg fallendes Sprühwasser (Neigungswinkel bis 60°)
  • 4: Schutz gegen Spritzwasser von allen Seiten
  • 5: Schutz gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel
  • 6: Schutz gegen starkes Strahlwasser
  • 7: Schutz gegen temporäres Untertauchen
  • 8: Schutz gegen dauerndes Untertauchen
  • 9: Schutz gegen Wasser bei Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung

Das Galaxy S10 und das iPhone X haben eine IP-Schutzklasse von IP68. Demnach sind sie gegen das Eindringen von Staub geschützt und überstehen auch dauerndes Untertauchen.

Der Hersteller kann aber auch zusätzliche oder einschränkende Angaben machen. Davon macht Apple etwa bei dem iPhone XS Gebrauch. Das Gerät gehört zwar zu den staubdichten und wasserdichten Handys, jedoch nur unter Einschränkungen: Apple gibt an, dass der Schutz auf 30 Minuten bei einer maximalen Wassertiefe von zwei Metern beschränkt ist.

Wie wasserdicht sind wasserdichte Handys wirklich?

Hat dein Handy die Schutzklasse IP67 oder IP68? Ist es in der Hosentasche verstaut, sollte es ein ausgekipptes Wasserglas oder einen heftigen Regenschauer durchaus überstehen. Wichtig zu wissen: Die Schutzklasse bezieht sich nur auf die Einwirkung von Frischwasser. Salz-, Chlor- sowie Seifenwasser und andere Flüssigkeiten können laut IP-Standard auch wasserdichte Smartphones schädigen.

Auf Unterwasserbilder im Pool oder Meer verzichtest du also besser. Für solche Vorhaben empfiehlt es sich, wasserdichte Handyhüllen zu nutzen. Die Schutzhüllen bieten eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, ein Handy nachträglich wasserdicht zu machen. Viele Modelle sind echte Allrounder und eignen sich sogar für verschiedene Smartphones.

Welche rechtliche Bedeutung hat die IP-Klassifizierung?

Dein Smartphone hat einen Wasserschaden? Auch wenn ein laut Hersteller wasserdichtes Handy dadurch beschädigt wurde, kommt dieser nicht grundsätzlich für die Reparatur oder ein Ersatzgerät auf. Insbesondere bei Selbstverschulden greift die Garantie des Herstellers in der Regel nicht. Die Gewährleistung ist außerdem oft an gewisse Bedingungen geknüpft. Lies dir am besten die Herstellerhinweise durch.

Welche Rolle spielen die Testbedingungen und -geräte?

Bedenke auch, dass bei der Einstufung der Handys in IP-Schutzklassen Laborbedingungen herrschen. Wie wasserdicht ein Smartphone ist, wird daher mit Leitungswasser und nicht etwa mit Cola getestet, wie sie auf zahlreichen auf dem Tisch liegenden Handys schon verschüttet wurde. In dem Prüfbecken des Labors gibt es außerdem keine Aufwirbelungen, wie sie etwa von spielenden Kindern im Wasser erzeugt werden.

Ebenfalls wichtig: Die Labortests werden mit fabrikneuen Smartphones durchgeführt. Gebrauchte Geräte büßen mit der Zeit aber ihren Schutz ein, etwa durch abgenutzte Dichtungen oder Risse. Hat dein Handy eine hohe IP-Schutzklasse, ist aber schon mehrere Jahre alt, solltest du daher nicht ganz so sorglos damit umgehen.

Gibt es wasserdichte Handys ohne IP-Schutzklasse?

Einige Hersteller verzichten auf die IP-Zertifizierung. Stattdessen setzen sie auf Beschichtungen und verwenden Bezeichnungen wie „wetterresistent“ oder grenzen den Schutz auf Wasserspritzer und leichten Regen ein. Grundsätzlich ist das nichts Negatives. Ohne IP-Klasse fehlt jedoch ein wichtiges rechtliches Argument für die Gewährleistung. Ab wann Regen stark ist, ist zudem Auslegungssache.

Erste Hilfe für nicht wasserdichte Smartphones

Ist das Handy nicht wasserdicht und ist es ohne Schutzhülle ins Wasser gefallen? Dann ist schnelles Handeln wichtig. Entferne zunächst Akku, SIM- und Speicherkarte und trockne alles vorsichtig mit einem Küchenpapier ab. Es hat sich ebenfalls bewährt, das ausgeschaltete Smartphone für ein bis zwei Tage in einen Behälter mit Reis zu legen. Denn Reis nimmt die Flüssigkeit auf.

Ist dein Handy in Salzwasser gefallen, spülst du es vor dem Trocknen idealerweise mit destilliertem Wasser ab. Mit einem Föhn solltest du übrigens nicht versuchen, das Wasser zu entfernen. Denn durch die Hitze können erst recht Schäden an der Hardware entstehen.

Fazit: Wasserdichte Handys

  • Um herauszufinden, wie staub- und wasserdicht dein Handy ist, solltest du einen Blick auf den IP-Code des Modells werfen.
  • Die erste Ziffer der Zertifizierungsnummer gibt an, wie stark der Schutz gegen Staub und andere Fremdkörper ist, während die zweite den Schutzgrad gegen Wasser ausweist.
  • Mittlerweile sind viele neue Smartphones mindesten nach IP67 und IP68 staubdicht und gegen Wasser geschützt.
  • Eine uneingeschränkte Garantie bietet die Zertifizierung dennoch nicht.

Foto: ©Shutterstock/kudla

#dr-Redaktion

Hier schreibt die Redaktion von #digitalrepublic. Mal der und mal die. Geballte Technikkompetenz, Smartphone-Nerds und erfahrene App-Tester. Alles aus erster Hand und immer mit dem Blick für Digital Lifestyle.

Themen dieses Artikels
Smartphone Ratgeber Redaktion

Mein mobilcom-debitel

Änderungen und Anpassungen an Ihrem Tarif und Ihren Daten können Sie unkompliziert jederzeit über den Onlineservice durchführen.

Zu Mein mobilcom-debitel
  

040 / 55 55 41 441

Mo - Fr08:00 - 20:00 Uhr
Sa09:00 - 17:30 Uhr

040 / 55 55 41 000

Mo - So08:00 - 22:00 Uhr
Sa09:00 - 18:00 Uhr

040 / 55 55 41 545

Mo - Fr09:00 - 20:00 Uhr
Sa09:00 - 18:00 Uhr
  

Kontakt per E-Mail

Kontaktiere uns ganz einfach per E-Mail.

digitalrepublic@md.de
  

mobilcom-debitel auf facebook

facebook.com/mobilcomdebitel/

PopUp Store auf facebook

facebook.com/digitalrepublic.awesome
  

mobilcom-debitel auf youtube

youtube.de/user/Mobilcomdebitel
  

mobilcom-debitel auf instagram

instagram.com/mobilcomdebitel

PopUp Store auf instagram

instagram.com/digital_republic