29. August 2018

Einheitliche Ladekabel in Sicht?

Die EU-Kommission will einheitliche Ladekabel für Smartphones durchsetzen. 2018 ist Bewegung in das Vorhaben gekommen.

DR_Titelbild_Ladekabel

„Hast du ein Ladekabel dabei?“ – „Ja, aber nur fürs iPhone …“ So oder so ähnlich wird seit Jahren – meist erfolglos – nach Ladekabeln gefragt. Denn seit jeher kommen Handys mit hersteller- oder modellspezifischen Ladekabeln auf den Markt.

Die EU-Kommission will schon seit Jahren Smartphone-Hersteller dazu bringen, sich auf einen einheitlichen Standard bei Ladegeräten zu einigen – bisher ist allerdings nichts dergleichen geschehen. Durch eine Vereinheitlichung soll zum einen die Kundenfreundlichkeit steigen und zum anderen die Menge an Elektroschrott verringert werden. Laut EU fallen jährlich allein durch weggeworfene Ladegräte 51.000 Tonnen Elektroschrott an.

Langer Weg zu einheitlichen Ladekabeln bei Smartphones

Bei ihrem Unterfangen setzt die EU bisher darauf, dass sich die Smartphone-Hersteller freiwillig auf einen Standard einigen.

Zwar haben Unternehmen wie Apple, Samsung und Nokia schon 2009 erstmals ein Papier – ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MoU) – zu einheitlichen Standards unterzeichnet; genauer: eine Selbstverpflichtung, Ladekabel mit Micro-USB einzuführen. Das Vorhaben war bekanntlich nur eingeschränkt erfolgreich.

Nach mehrjährigem Stillstand wurde im März 2018 ein neues Memorandum von den Herstellern veröffentlicht. In diesem haben sich Google, Apple, LG, Samsung und Sony darauf festgelegt, USB-C als neuen Standard für Ladegeräte zu etablieren. USB-C würde am ehesten den künftigen technischen Anforderungen entsprechen. Es ist beispielsweise kompatibel mit der Quick-Charge-Funktion.

Im Sommer 2018 hat sich auch die zuständige EU-Kommissarin Margarethe Vestager zu Wort gemeldet: Die EU würde sich mit dem Status quo nicht zufriedengeben und eine Studie zu Kosten und möglichen Lösungen des Problems in Auftrag geben. Diese soll Grundlage für das weitere Vorgehen sein. Konkreter wurde die EU-Kommissarin für Wettbewerb in ihren Ausführungen allerdings nicht.

Die Pläne zu USB-C unter der Lupe

Auf den ersten Blick könnte man das Memorandum vom März 2018 begrüßen. Schaut man genauer hin, haben sich die Big Player der Branche durchaus Hintertürchen offengelassen. USB-C ist im MoU nämlich nicht gleich USB-C.

Im Papier werden mehrere Kabel- und Steckervarianten spezifiziert. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen Netzteil und Stecker. Folgende Kabel wären konform mit dem Papier:

  • Kabel mit USB-C-Stecker zum Smartphone und zum Netzteil
  • Kabel mit USB-C-Stecker zum Smartphone und USB-A-Stecker zum Netzteil (für Abwärtskompatibilität)
  • Kabel mit herstellerspezifischem Stecker zum Smartphone und USB-C-Stecker zum Netzteil

Die dritte Variante ist die eben erwähnte Hintertür. Damit würde auch das neue Memorandum Apple erlauben, weiterhin an seiner Lightning-Schnittstelle festzuhalten. Man kann also nicht wirklich davon sprechen, dass sich die Hersteller auf einen Standard festgelegt hätten. Möglicherweise kommt die EU nicht darum herum, verpflichtende Normen zu setzen.

Zusammengefasst: Der aktuelle Stand zu USB-C-Kabeln

  • Seit mehr als zehn Jahren versucht die EU-Kommission, einheitliche Ladekabel bzw. Steckverbindungen durchzusetzen.
  • Sie setzt dabei auf die Freiwilligkeit der Hersteller.
  • Wichtige Hersteller haben schon 2009 eine Absichtserklärung unterschrieben, die kaum Erfolge zeigte.
  • In einem neuen Memorandum haben sich Hersteller auf USB-C als künftigen Standard festgelegt.
  • Allerdings erlaubt auch das neue Memorandum herstellerspezifische Steckverbindungen, wenn diese an ein USB-C-Netzteil passen.

Foto: ©Shutterstock/Alexander_Evgenyevich

Redaktion

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