02. August 2017

Die Zukunft des Handys: Teil II

Was sind die Visionen und kommende Innovationen der Smartphone-Hersteller? Teil II des großen Interviews.

Zukunft des Smartphones Teil II

Spielen Trends bei der Konzipierung eines neuen Smartphones eigentlich eine Rolle? Und wie sieht in zehn Jahren ein Handy der Zukunft aus? Huawei, Sony, Samsung und Nokia geben im zweiten Teil des großen Hersteller-Interviews Antworten auf alle Fragen und wagen einen Ausblick in die Zukunft.

Ist es so, dass bei der Planung für ein neues Smartphone auf aktuelle Trends geachtet wird? Beispiel: Fokus auf die Kamera wegen der Relevanz eines Foto-Netzwerks wie Instagram?

Sony: Natürlich sind Trends wichtig bei der Planung der neuen Geräte. Der Fokus auf eine sehr gute Kamera in den Xperia Smartphones ist bei Sony aber zum Beispiel schon sehr viel länger präsent, als es Instagram gibt. Wir haben frühzeitig erkannt, wie wichtig dieses Feature für unsere Kunden ist und die Entwicklung maßgeblich vorangetrieben.

Huawei: Bei der Entwicklung von neuen Smartphones orientieren wir uns hauptsächlich an den Wünschen der Verbraucher. Wir haben schon früh das Potential der Smartphone-Fotografie erkannt und uns entsprechende Partner ins Boot geholt. Beispielsweise arbeiten wir eng mit Kamera-Pionier Leica bei der Entwicklung der Dual-Kameras zusammen, die im Huawei P9 und P10 oder auch dem Huawei Mate 9 eingesetzt werden. Vor Kurzem haben wir gemeinsam das Max Berek Innovation Lab, ein Forschungs- und Innovationszentrum gegründet. Die Einrichtung wird sich der Weiterentwicklung optischer Systeme und software-basierter Technologien zur Verbesserung der Bildqualität in den unterschiedlichen Anwendungsspektren im Bereich Fotografie und mobile Geräte widmen. Darüber hinaus steht die Entwicklung von Zukunftstechnologien in den Bereichen Computational Imaging, Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) im Fokus.

Nokia: Statt um Trends, entwickeln wir unsere Smartphones um die Benutzer herum. Mit dem Nokia 3, dem Nokia 5 und dem Nokia 6 haben wir ein erstes Zeichen gesetzt für das, was man von uns erwarten kann. Dank Pure Android hat jeder Nutzer die Freiheit sein Telefon so einzurichten wie er mag, um so das Beste, dem eigenen Lebensstil angepasste, Gerät in der Hand zu halten. Bei uns entscheidet einzig der Kunde, welchem Trend er folgen möchte.

Was würden Sie sagen, ist aktuell das Wichtigste bei einem Smartphone – ist es mehr das Display, der Prozessor oder die Kamera?

Samsung: Konsumenten entscheiden beim Smartphone-Kauf nicht länger nach einzelnen Features, sondern nach der Summe an Möglichkeiten, die es ihnen bietet: In Zukunft stechen Hersteller nicht durch einzelne Produkte oder Funktionen hervor, sondern durch vernetzte Ökosysteme, die sie anbieten. Natürlich sind Kameraqualität und Display nach wie vor zwei Hauptentscheidungsfaktoren: Für 52,6 Prozent ist die Kamera ein ausschlaggebendes Kriterium, für 59,1 Prozent die Bildschirmgröße (Quelle: Kantar Q3 2016) – der neue Erfolgsfaktor der Consumer Electronics sind aber mobile Geräte-Ökosysteme mit umfassenden Hardware- und Inhalteangeboten (...).

Huawei: Diese Frage kann man pauschal eigentlich nicht beantworten. Was nutzen hochwertige Einzelkomponenten, wenn sie zusammen nicht funktionieren – das Gesamtpaket muss einfach stimmen. Bei Huawei investieren wir sehr viel in Forschung und Entwicklung, um auf allen Gebieten innovative Komponenten und Technologien zu erzielen, beispielsweise entwickeln wir mit Kirin unsere eigenen Prozessoren oder in Kooperation mit Leica Dual-Kameras. Wichtig ist am Ende aber, dass das Zusammenspiel perfekt ist, um ein außergewöhnliches Produkt und Nutzererlebnis zu bieten. 


Sony: Wichtig ist unserer Meinung nach die Ausgewogenheit. Wir konzentrieren uns natürlich als Sony vor allem auf die Kamera, da die Kommunikation via Bildern und Videos immer mehr an Bedeutung gewinnt. Jedoch müssen auch alle anderen Komponenten wie Display und Prozessor vorne mitspielen, damit ein Smartphone schnell und ohne zu ruckeln läuft und auf dem Display alle Inhalte scharf und farbecht dargestellt werden.

Microsoft arbeitet angeblich an einem faltbaren Display. Wäre das eine Innovation, die sie sich ebenfalls vorstellen können?

Sony: Innovationen müssen vor allem zwei Aspekte erfüllen: Einen klaren Mehrwert bieten, ohne die Nutzung zu verkomplizieren, sowie keine schlechten Kompromisse in Punkten wie Größe und Gewicht verlangen. Ein faltbares Display ist sicher interessant, um Smartphones wieder zu einem handlicheren Format zu verhelfen. Sony hat hier auch seit langem die „Compact“-Reihe im Portfolio, die bei kleineren Abmessungen alle Features der „großen“ Flaggschiffe bietet.

Samsung: Samsung hat schon auf der CES 2013 das flexible Display Youm vorgestellt. Zu künftigen Produkten können wir noch nichts sagen – aber Samsung wird weiter als Vorreiter Trends setzen und Standards definieren. Nicht zur Innovation als reiner Selbstzweck, sondern um echten Bedürfnissen der Menschen entgegenzukommen.

Nokia: Generell sehen auch wir im Display-Bereich in den letzten Jahren spannende Entwicklungen. Wir für unseren Teil bauen hierfür auf die Innovationskraft von Nokia sowie auf unsere strategischen Partner in Asien. So bieten alle unsere Smartphone-Modelle polarisierte IPS-Displays – etwas, dass unsere Kunden spätestens bei der ersten Nutzung unter strahlendem Sonnenschein zu schätzen wissen werden.

Man könnte auch provokant fragen, ob es überhaupt noch wirkliche Innovationen gibt, oder gibt es aktuell nur Upgrades, die im Grunde fast überflüssig sind. Was sind Ihre Visionen für die Zukunft? 

Sony: Sony Mobile hat verschiedene zukunftsweisende Produkte, die über das Smartphone hinausgehen: Das Xperia Ear zum Beispiel steuert das Smartphone, ohne es aus der Tasche zu holen. Sehr innovativ ist auch der Xperia Touch, ein interaktiver Projektor, der eine Touchscreen-Oberfläche an jede Wand, auf einen Tisch oder auch den Boden projiziert, die dann ganz einfach per Fingertipp bedient werden kann. In diesen Bereichen der smarten Produkte sowie IoT (Internet der Dinge) sehen wir großes Potenzial. Das „Smart“ bleibt, die Form der Technologie wird sich auf Dauer jedoch ändern und weggehen vom In-der-Hand-halten, auch wenn das klassische Smartphone unserer Meinung noch eine ganze Weile nicht wegzudenken sein wird.

Samsung: Intelligente Smartphones und umfassende mobile Ökosysteme sind erst der Anfang: Das Internet der Dinge hat das Potential, unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und unseren Alltag nachhaltig positiv zu verändern. Als führender Anbieter von Mobile-Technologien investiert Samsung kontinuierlich in Forschung und Entwicklung, um auch in Zukunft wegweisende Innovationen auf den Markt zu (...). Hätten Sie vor fünf Jahren gedacht, dass Sie heute Ihren Staubsauger über das Smartphone bedienen und damit in Virtual-Reality-Welten abtauchen können?

Nokia: Wir wollen Technologien entwickeln, die als Werkzeuge für unsere Kunden fungieren, um ihnen den Alltag sowie das Berufsleben zu vereinfachen. Jeder soll selbst entscheiden, wie und wann er sie einsetzen möchte. Unser Ziel ist es, Menschen mit unseren Innovationen näher zusammenzubringen. Generell möchten wir unsere Konsumenten entschieden lassen, was die Zukunft bringt.

Es gibt weiter Stimmen, die von dem Ende des Smartphones sprechen. Wie sieht die Zukunft aus? Sind es Implantate oder eher autonome Wearables? Können Sie uns einen Blick in die Zukunft verschaffen?

Sony: Langfristig gesehen geht der Trend wahrscheinlich eher in Richtung intelligentes Wearable, vielleicht sogar Implantate. Das ist zu diesem Zeitpunkt aber noch absolute Zukunftsmusik. Aktuell geht der Trend hin zu smarten Oberflächen. Mit dem Xperia Touch haben wir daher das erste Produkt dieser Art vorgestellt. Die Zukunft bleibt auf jeden Fall spannend und wird uns mit vielen Neuerungen wie z. B. persönlichen KI Assistenten begeistern. Auf unserem Stand auf der IFA in Berlin (1.-6.  September) werden einige Produktkonzepte ausgestellt, die einen Teil unserer Zukunftsvisionen darstellen. Besuchen Sie uns gerne!

Samsung: Es bricht ein neues Zeitalter von emotional hochentwickelter Technologie an. Wir erkunden Wege, aus der Realität auszubrechen oder sie zu erweitern und vertiefen Mensch-Maschine-Interaktionen durch smarte persönliche Assistenten. In Zukunft wird uns die Frage beschäftigen, wie mobile Sensoren noch stärker in unseren Lebensstil integriert werden können. Die Technologie wird sich vom tragbaren kleinen Bildschirm am Arm hin zu intelligenten Sensoren entwickeln, die Stimmung und Umweltbedingungen erfassen und die Leistung und Lernfähigkeit steigern können. Digitale Pillen, die eingenommen werden, klingen noch nach Science-Fiction, liegen aber längst in den Forschungslaboren großer Unternehmen. Wearables in Form von Pflastern, die auf Neurowissenschaft basierende Technologien enthalten, könnten schon bald auf den Markt kommen. Intelligente Maschinen unterstützen uns auf Basis dessen, was sie aufgrund der gesammelten Daten über uns und unser Verhalten wissen. Produkte mit künstlicher Intelligenz werden zu unseren Lebens-Coaches. All das wird helfen, Grenzen zu überwinden und das Leben einfacher zu machen.

Nokia: Sogenannter Cyborgism ist in diesem Anwendungsbereich eher selten. Wearables sind näher an unserer Realität; hier sehen wir immer wieder interessante Use Cases, die wir mit Spannung verfolgen. Allerdings gilt für den Moment für viele Menschen: Das Smartphone ist im alltäglichen sowie im beruflichen Leben zu einem zentralen Element geworden. Wir arbeiten daran, diese Smartphone Experience so gut wie möglich zu gestalten – und packen darüber hinaus noch ein klares, starkes finnisches Design obendrauf.

Hier findet ihr Teil I des Interviews

Gunnar

Westfale im Norden. Begeistert von Smartphones, Gadgets und technischem Firlefanz. Liebt Ska, Social Media und Journalismus. Hat einen Blog und ist auch bei Twitter zu finden.

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