18. April 2019

Notre-Dame: 3D-Modelle als Aufbau-Hilfe

Die Kathedrale Notre-Dame ist einem Feuer zum Opfer gefallen. 3D-Modelle können helfen, zerstörte Gebäude wieder aufzubauen.

Caschys Rückblick

Man hat es in den letzten Tagen mitbekommen, ein verheerendes Feuer hat die Kathedrale Notre-Dame de Paris erfasst und sehr stark beschädigt. Eine kulturelle Katastrophe, überstand das Bauwerk doch so viele schlimme Zeiten und Kriege. Von 1163 bis 1345 wurde die Kathedrale errichtet, galt seither als eines der großen Wahrzeichen von Frankreich, gar von ganz Europa.

Vorfälle wie dieser Brand zeigen dem Menschen sehr schön auf, wie machtlos er letztendlich ist, wenn es um die Erhaltung von Kulturgut geht. Da kann so ein Feuer ebenso etwas kulturell wichtiges plötzlich auslöschen, wie es beabsichtigte Zerstörungen durch Terroristen tun.

Etwas für die Ewigkeit zu erhalten ist kein leichtes Unterfangen. Allerdings ist es heute so, dass durch Digitalisierung zumindest nicht alles verloren geht, wenn es zum Unglück kommt.

Google und die Erhaltung der Kultur

Google spielt bei der Kulturerhaltung eine große Rolle, Google Arts konserviert quasi geschichtlich und kulturell bedeutende Bauwerke oder auch Kunstwerke. Open Heritage nennt sich das.

Das Ganze ist etwas anders gestaltet als beispielsweise Google Street View. Mit Open Heritage werden historische Gebäude per Laser vermessen und so exakt digitalisiert.

Die Vermessung von Gebäuden wird per Cyark realisiert.

Man kann dann solche Gebäude im Idealfall nicht nur von außen betrachten, sondern diese virtuell auch von innen begehen oder sie praktisch andernorts wiederauferstehen lassen.

Notre Dame leider nicht verfügbar

Diese exakte Vermessung wird unter anderem mit Cyark realisiert. Der Gründer von Cyark kam übrigens auf die Idee der digitalen Erhaltung, als er 2001 mit ansehen musste, wie Buddhastatuen in Afghanistan durch die Taliban zerstört wurden.

Leider hat es die Kathedrale Notre-Dame de Paris nicht in dieser Form zu Google geschafft, aber auch für dieses Bauwerk kann man Informationen bei Google vorfinden. Die exakt vermessenen Bauwerke gibt es beispielsweise vom Brandenburger Tor oder auch von Chichen Itza in Mexiko, dem alten Maya-Gebiet.

Microsoft arbeitet mit AI-Unterstützung

Einen ähnlichen Ansatz bietet Microsoft, allerdings eher durch AI unterstützend. Iconem sieht sich als Team von "Heritage Activists", also Leuten, die das Kulturerbe erhalten wollen.

Bekannt wurde Iconem durch die Arbeit in Syrien, wo viele Bauwerke durch den andauernden Krieg zerstört wurden. So etwas soll eben wenigstens digital erhalten werden, wenn schon physikalisch kein Wille zu erkennen ist.

 


Hunderttausende Bilder werden mit Microsofts AI zu 3D-Modellen kombiniert. Oftmals leider nicht mehr zur Erhaltung, sondern schon, um das Ausmaß der Zerstörung zu zeigen. Aber mit Hilfe dieser Modelle können Experte eben auch auswerten, wie sich die Bauwerke wieder aufbauen lassen. Eine ganz spannende Sache.

Digitale Reise als Zukunftsmodell

Auch wenn es heute noch etwas Besonderes ist, eine virtuelle Reise zu unternehmen, so werden solche Modelle in ein paar Jahren auch die Unterrichtsräume dieser Welt aufsuchen, jungen Menschen schon begreifbar machen können, was der Mensch mutwillig zerstört oder durch Katastrophen verliert. Das wiederum kann dann für Generationen sorgen, denen eben mehr am Erhalt von Kulturgut gelegen ist, als den heutigen Zerstörern.

Kultur

Es ist wichtig und richtig, dass die großen Unternehmen mit ihren technischen Möglichkeiten aktiv an einer solchen Erhaltung des kulturellen Erbes der Menschheit teilnehmen. Und dies erfreulicherweise auch ohne den typischen "was haben wir davon"-Gedanken machen, den man so oft bei kostenlos angebotenen Services sieht.

In fünf Jahren soll die Kathedrale Notre-Dame de Paris wieder stehen, dieses ambitionierte Ziel gab Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kurz nach dem katastrophalen Brand aus. Sollte dies gelingen, wäre dies nicht nur bautechnisch eine Meisterleistung, allgemein wird die Restaurationszeit eher auf 10 bis 15 Jahre geschätzt.

Digitalisierungen sind die neuen Bilder

Vielleicht wird die Kathedrale ja nach dem Wiederaufbau dann auch direkt komplett digitalisiert. So wie hoffentlich auch noch viele andere Kulturgüter, die auch dann noch zur Verfügung stehen, wenn sie physisch nicht mehr vorhanden sind. Früher wurden zu diesem Zweck Bilder gemalt, heute erstellt man eben exakt vermessene 3D-Modelle, die sich jederzeit und überall nutzen lassen.

Google liegt Kultur am Herzen.

Aber es liegt nicht nur an Organisationen, diese Form der Datensammlung zu betreiben, sondern es liegt auch an der Gesellschaft, diese Arbeiten entsprechend zu würdigen – was schon durch eine Nutzung der Fall sein kann.

Durch die Digitalisierung kann man so viele Einblicke in Dinge bekommen, die einem auf normalem Weg vielleicht nie ermöglicht werden, solche Chancen sollte man nutzen. Die Digitalisierung kann die Katastrophen und die Zerstörung nicht verhindern, aber für eine viel bessere Erinnerung sorgen.

 

Caschy

Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac. Auch zu finden bei Twitter,Google+ , Facebook, XING und youtube

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