08. November 2019

Huawei: Wird der Bann gestoppt?

Huawei steht in den USA auf der schwarzen Liste und muss ohne die wichtigen Google-Dienste auskommen. Das könnte bald vorbei sein.

Huawei: Gefahr für Google?

Ren Zhengfei ist der Gründer von Huawei und aktuell gehört der 75-Jährige wohl nicht zu den glücklichsten Menschen der Welt. Gegenüber dem Spiegel verglich er die Lage bei Huawei mit einem Flugzeug, bei dem die Tragflächen durchlöchert sind. "Das Huawei-Flugzeug fliegt noch. Wir arbeiten hart daran, die Löcher zu flicken."

Seine Tochter wurde auf Befehl der USA in Kanada festgesetzt, sie soll die Iran-Sanktionen der USA verletzt haben. Huawei als Unternehmen steht indes unter Verdacht, für China Spionage zu betreiben. Die USA und China befinden sich in einem Handelskrieg, Huawei ist der Spielball, der irgendwie zwischen die Fronten geraten ist.

Kein US-Unternehmen darf sich mit Huawei einlassen und Geschäfte mit den Chinesen machen. Hört sich im ersten Moment nicht so ganz dramatisch an, wird allerdings deutlich, wenn man genauer hinsieht. Denn wer möchte ein Smartphone kaufen, bei dem die Dienste von Google nicht integriert sind? Außerhalb von Asien ist das schon eine große Hürde.

Huawei: Investition gegen Google 

Es stellt sich die Frage, wer den längeren Atem hat, da sich beide Nationen mit Strafzöllen und Sanktionen überbieten. Interessant ist dabei eine Aussage von Ren: "Wir brauchen die USA nicht. Ob die US-Regierung uns von der schwarzen Liste nimmt oder nicht, wir können aus eigener Kraft überleben."

Trump könnte sich verkalkuliert und sich ein Eigentor geschossen haben. Dazu passt ein Bericht von Reuters. Die Nachrichtenagentur schrieb, dass die USA und China sich angeblich geeinigt hätten und die Sanktionen in mehreren Phasen auslaufen würden. Wann genau dieser Deal starten soll, wurde nicht bekannt – auch findet sich keine zweite Quelle.

Es erscheint logisch, dass die USA an einem solchen Deal interessiert sind; zumindest wäre es ratsam, einen offenen Krieg zu vermeiden. Denn Huawei hat längst die Initiative ergriffen und möchte nicht länger als Kugel im Flipper missbraucht werden. Was also machen? Der Plan ist es, den eigenen App-Store massiv zu pushen und gut gewappnet in den Ring zu steigen.

Google muss aufpassen 

Auf der Web Summit 2019 kündigte Huawei an, die Summe von einer Milliarde Dollar für Entwickler bereitstellen zu wollen – weltweit natürlich. Wie t3n schreibt, soll diese Summe die Entwicklung, das Marketing und die Monetarisierung der entstehenden Apps umfassen. Die Chinesen verfügen bereits über einen eigenen App Store.

Die App-Galeray von Huawei ist dabei ein ernsthafter Gegner für Google. Laut Unternehmen erreicht der Store pro Monat etwa 390 Millionen aktive Nutzer und erzielt pro Jahr rund 180 Milliarden Downloads. Ausruhen will man sich in China auf diesen Zahlen natürlich nicht und man möchte Google sicher und liebend gerne unter Druck setzen.

Über eine Million Entwickler sind bereits aktiv und Huawei kämpft an verschiedenen Fronten. In Europa werden Partner gesucht, die ein alternatives Ökosystem entwickeln wollen – als Konkurrenz zu Google. Und Google ist aus vielerlei Gründen kein Unternehmen, dem man in Europa mit uneingeschränkt offenen Armen entgegenläuft.

Der Feind meines Feindes ... 

Huawei ist ohnehin auf Schmusekurs, möchte den Deutschen sogar garantieren, eine Technik ohne Hintertür einzusetzen. Dabei geht es um den geplanten Ausbau der 5G-Infrastruktur. Bei Google dürfte man vielleicht nicht in Panik verfallen, aber würde wohl sicher gerne eine Sonderlizenz beantragen, um Huawei weiter beliefern zu dürfen.

Diese Sonderlizenzen könnten den Streit zwischen den Ländern ebenfalls entschärfen und sind Teil der Überlegung auf hoher US-Ebene. Klar ist, Huawei ist ein Schwergewicht und wird nicht kampflos resignieren. Die Frage auf der anderen Seite ist, ob Google einen offenen Krieg riskieren möchte. Eine Frage, die sich auch Trump wird stellen müssen.

Gunnar

Westfale im Norden. Begeistert von Smartphones, Gadgets und technischem Firlefanz. Liebt Ska, Social Media und Journalismus. Ist bei Twitter zu finden und nebenbei Buchautor.

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