25. April 2017

Kopenhagen baut auf Wasser

Mit dem Projekt „Urban Rigger“ will die dänische Hauptstadt mit schwimmenden Wohnheimen mehr Wohnraum für Studenten schaffen. 

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Die Großstädte und ihre Planungen – nicht gerade eine Erfolgsgeschichte. Wohnraum in begehrten Lagen wird nach wie vor knapper und teurer. Vorzeigeprojekte der letzten Jahrzehnte werden verschämt wieder abgerissen, umgewidmet oder schon wieder saniert, marktwirtschaftliche Nöte und politische Ideen konkurrieren nicht immer zugunsten der Wohnungssuchenden.

Mittendrin im Tumult: die Studenten. Sie haben in der Regel wenig Geld, aber natürlich Ansprüche. Zentral und uni-nah soll es sein, lebhaft und bunt, szenig aber kuschelig, hübsch aber günstig. Nicht zu laut, nicht zu langweilig. Kurz: Traumlage zum Preis der Randgebiete. Machbar? Natürlich nicht. Oder zumindest nicht ohne massive Eingriffe in die gewachsene Stadt.

In Kopenhagen könnte die Stadt jetzt bis ins Wasser wachsen. Das Projekt „Urban Riggers“ macht’s vor.

Nun ist die Idee der schwimmenden Wohncontainer alles andere als neu – nicht nur in Hamburg entstanden zum Beispiel Hunderte Unterkünfte für Asylbewerber auf diesem Wege – und dennoch wirkt Urban Rigger sehr, sehr modern. Angesiedelt zwischen der Shabbiness eines Industriecontainers und der altmodischen Hafenromantik, kommt hier noch der höchst angesagte Umweltaspekt hinzu: Solarenergie, besonders effiziente Wasserpumpen und viele andere Details geben den Machern das gute Gefühl von Nachhaltigkeit.

Und ja, es sieht toll aus. Mehr Designerhotel als Studentenheim. Und das ist ein großer, vernünftiger Schritt – denn wo steht geschrieben, dass dringend benötigte Funktionsarchitektur hässlich aussehen muss? Eben.

Also ein Grund zur Freude? Ja und nein. Denn so schön die Idee ist (und die Bilder erst recht), desto kritischer muss man fragen: Wie viele Menschen möchte man im Hafen, auf Seen oder an Flüssen und Kanälen unterbringen? Genug um den Wohnmarkt der Stadt deutlich zu entlasten? Dann sollte man die letzten Spaziergänge am Wasser jetzt noch genießen, denn das, was jetzt noch (wie ein Stadtpark oder viele Flussufer) Freifläche und Freiraum für alle Bürger ist, wird schwinden.

Oder ist es ein Projekt für einige wenige privilegierte Menschen? Dann wäre wiederum der Nutzen gering. Gründer Bjarke Ingels scheint anzudeuten, dass ein bisschen Elitendenken schon mitspielt, wenn er nicht nur die „jungen Menschen, die heute den höheren Bildungsweg beschreiten“ anspricht, sondern auch die Stadtgestalter: „Die Besten und Klügsten anzuziehen“ ist für ihn das Ziel.

Ok, das klingt schon nach Nische für Bessergestellte. Andererseits: Was sind die Alternativen, wenn immer mehr Menschen dort wohnen wollen, wo es schön, praktisch und günstig ist? Man kann in die Höhe bauen. Auch wenn Wolkenkratzer vielleicht für Kopenhagen oder Amsterdam unpassend wirken. Man kann Freiflächen als unnötigen Luxus sehen. Oder man kann die Randgebiete durch eine bessere Infrastruktur und Anbindung ans Zentrum attraktiver machen. Das wiederum wäre zwar vielleicht eine vernünftige, aber vergleichsweise langweilige, ruhmlose, unsexy Entscheidung.

Also doch Fluss und Parks durch Zweckbauten verkleinern? Man wird sehen, wie es sich entwickelt. Beziehungsweise entwickelt wird: http://www.urbanrigger.com.

Foto © urbanrigger

Nik

Hamburger Jung mit dem Mundwerk am rechten Fleck. Als Onliner lang in der digitalen Szene unterwegs und mit Jungunternehmern verquickt.

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