20. Juli 2018

Caschy: 4,3 Mrd. Rekordstrafe für Google

Die Firma Google wird zur Kasse gebeten. Und dabei handelt es sich um eine Summe, die man mal eben nicht aus der Kaffeekasse bezahlt. Der Fall ist schwierig und könnte Folgen haben. Wir haben die aktuellen Informationen für euch.

Caschy Rückblick

Die Europäische Kommission hat es wieder getan: Google wurde zu einer Rekordstrafe in Höhe von 4,3 Milliarden Euro verdonnert. Der Stein des Anstoßes ist Android, das mobile Betriebssystem, das einen weltweiten Marktanteil von um die 80 Prozent aufweisen kann. Android selbst steht bekanntlich auch als Open Source-Version zur Verfügung, jeder kann diesen Code nach Belieben für seine eigenen Zwecke nutzen, ohne jegliche Verpflichtung gegenüber Google.

Anders sieht es da aus, wenn zum Beispiel Hersteller von Smartphones auch Google-Dienste auf dem Smartphone anbieten möchten. Hier heißt es dann "willst Du einen, musst Du alle nehmen" seitens Google. Erforderlich ist in diesem Fall nämlich, dass ein Komplettpaket an Google-Apps auf dem Smartphone vorinstalliert werden muss. Gleichzeitig erlischt aber auch das Recht des Herstellers, Smartphones mit anderen Systemen zu fertigen. Ein Hersteller kann also nicht einfach sagen, dass er nur sein Flaggschiff-Modell mit Google-Diensten ausstattet, dies aber beispielsweise bei anderen Modellen nicht macht.

Diese ganze Vorgehensweise wurde Google jahrelang vorgeworfen, Google bestritt stets, seine marktbeherrschende Position auszunutzen. Die Europäische Kommission sah dies nun anders und verhängte eben jene Strafe. Aber nicht nur das, auch das Geschäftsmodell von Android selbst soll geändert werden.

Dass Google mit dieser Entscheidung nicht einverstanden ist, ist kein großes Wunder. Das Internet spielt sich heute bereits mehr auf mobilen Geräten als auf dem Desktop ab, natürlich hat Google da großes Interesse, seine Dienste so breit wie möglich zu präsentieren. Außerdem sieht sich Google in der Position, dass das Unternehmen für mehr Auswahl auf dem Smartphone-Markt gesorgt hat, nicht für weniger. Eben dadurch, dass jeder Android verwenden kann, ohne dafür auch nur eine müde Mark auf den Tisch legen zu müssen.

Google lässt zudem wissen, dass die Europäische Kommission die Konkurrenz von Apple bei der Untersuchung komplett außen vor gelassen hat. Ebenso wird von der Europäischen Kommission nicht berücksichtigt, welche große Auswahl Nutzer an Smartphones haben, in allen Preisklassen, ermöglicht durch Android.

Mehr als 1.300 Marken sorgen für mehr als 24.000 Smartphone-Modelle, aus denen der Nutzer wählen kann. Die Gemeinsamkeit: Android mit vorinstallierten Google-Apps. Laut Google sind es gerade diese einfachen Regeln, die dafür sorgen, dass die Hersteller eben auf Android mit Google-Diensten setzen. Das stehe jedem frei. Die Hersteller sind nicht gezwungen Android samt Google zu nehmen, sie können auch aus der Open Source-Version ihren eigenen Kuchen backen.

Prominentes Beispiel: Amazon. Auf den Fire Tablets läuft ein auf Android basierendes System FireOS. Bekanntlich ohne Google-Dienste, Amazon hat da seinen eigenen App Store und weitere Inhalte. Dass die Tablets kein Erfolg sind, kann man auch nicht sagen. Sie stehen für günstige Tablets, die sich vor allem für den Medienkonsum eignen.

Durch die Android-Regeln, die Google-Apps mit installieren zu müssen, wird nach Meinung von Google sogar gegen Fragmentierung angekämpft, da es dem Nutzer egal sein kann, für welches Android-Smartphone er sich entscheidet. Seine Lieblings-Apps werden kompatibel sein - und auch wie gewohnt über den gleichen Store abrufbar.

1,6 Millionen App-Entwickler will Google zudem in Europa ausmachen, auch abseits des Systems wird also für Vielfalt gesorgt. Google wirft auch ein, dass sich vorinstallierte Apps einfach deaktivieren oder löschen lassen oder der Nutzer eben einfach eine der zahlreichen Alternativen nutzen kann. An dieser Stelle weiß Google aber sicher auch, wie es sich mit vorinstallierten Apps verhält. Viele Nutzer setzen auf das, was bereits vorhanden, warum sollte man sich nach Alternativen umschauen?

Google kreidet der Europäischen Kommission außerdem an, dass sie die aktuelle Smartphone-Nutzung nicht richtig einschätze. Während es in den 90ern und 2000ern noch kompliziert und zeitraubend war, ein Programm durch ein anderes zu ersetzen, sehen die Voraussetzungen heute ganz anders aus. Das werde von der Kommission ignoriert.

Weiter führt Google an, dass das Unternehmen seit 2007 Milliarden Dollar in die Entwicklung von Android gesteckt hat. Das ergibt für Google auch Sinn, kann man den Nutzern von Android, also den Herstellern, die Option bieten, Google-Apps vorzuinstallieren. Diese Apps generieren freilich teilweise Umsatz für Google, sie sorgen vor allem aber auch dafür, dass sich ein Smartphone frisch ausgepackt direkt nutzen lässt. Da eben - auch von den Anwendern - häufig genutzte Apps bereits vorhanden sind.

Das alles sorgt dafür, dass Google Android bislang kostenlos angeboten hat. Geht es nach Google, ist das eine Win-Win-Position für alle. Vom Endkunden über den Service Provider, dem Entwickler, dem Smartphone-Hersteller selbst - und natürlich Google.
Jedenfalls sieht Google die Entscheidung der Europäischen Kommission als eine Entscheidung gegen die Freiheit der Auswahl für Nutzer. Die Entscheidung stellt sich gegen das Geschäftsmodell von Android, was im Laufe der Jahre aber für mehr Auswahl, nicht für weniger gesorgt hat. Aus diesem Grund wird man gegen diese Entscheidung auch in Berufung gehen.

Ob dies aber so viel bringen wird, bleibt abzuwarten. Es ist nicht das erste Mal, dass Google eine Kartellstrafe bezahlen muss. Es ist nicht so lange her, da wurden 2,4 Milliarden Euro fällig, damals ging es um die Platzierung von Shopping-Anzeigen. Google soll sich da ebenfalls selbst einen Vorteil verschafft haben.

Klar, Google hat jede Menge Marktmacht, das steht außer Frage. Sei es im Bereich der Suchmaschinen, bei E-Mails, beim Browser oder eben bei Android. Auch logisch, dass man hier als regulierende Behörde ein Auge drauf haben muss. Allerdings kann man Google vielleicht auch ein Stück verstehen, denn für mehr Auswahl hat Android zweifelsohne gesorgt. Dass dabei BlackBerry, Symbian und Windows Phone auf der Strecke blieben, kann man Google schlecht ankreiden, das haben die damaligen Konkurrenzunternehmen schön selbst verbockt.

Es wird spannend bleiben im Fall Europa gegen Google. Es gibt nämlich noch eine aktuelle Baustelle, so untersucht die Europäische Kommission momentan "Adsense for Search", hier lassen sich keine Anzeigen der Konkurrenz einbinden, nur solche, die eben über Adsense von Google ausgespielt werden. Eine Entscheidung diesbezüglich steht seitens der Europäischen Kommission aber noch aus.

 

Caschy

Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac. Auch zu finden bei Twitter,Google+ , Facebook, XING und youtube

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