12. Juli 2019

5G – mobiles Internet der Zukunft

5G wird neue Maßstäbe setzen und vieles verändern. In den ersten Regionen ist das High-Speed-Internet jetzt verfügbar.

5G - mobiles Internet der Zukunft

Um die immer größer werdende Datenflut zu verarbeiten, sind erhebliche Anstrengungen beim Netzausbau erforderlich. Als Nachfolger von 4G verspricht 5G mehr Leistung, höhere Geschwindigkeiten und kurze Latenzzeiten.

Im Juni wurden die begehrten 5G-Frequenzen versteigert. Nun ist das 5G-Netz in ersten Testregionen verfügbar. Auch einige Smartphone-Hersteller haben schon 5G-Smartphones präsentiert. Wann der neue Mobilfunkstandard flächendeckend in Deutschland verfügbar ist, bleibt aber weiterhin fraglich.

5G ist da – und nun?

Schon Anfang des Jahres sollten die Lizenzen für die 5G-Netzfrequenzen versteigert werden. Passiert ist lange Zeit nichts. Im Juni 2019 war es nun endlich so weit: Die Bundesnetzagentur hat die Frequenzen, die 5G ermöglichen, für insgesamt 6,5 Milliarden Euro verkauft. Jeweils zu unterschiedlichen Anteilen haben Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch den Zuschlag bekommen. Nun kann das Wettrüsten Fahrt aufnehmen.

Um 5G flächendeckend bereitzustellen, sind erhebliche finanzielle und infrastrukturelle Maßnahmen von Seiten der Netzbetreiber notwendig. Immerhin soll der neue Mobilfunkstandard Expertenschätzungen zufolge weltweit bis zu 100 Milliarden Geräte vernetzen.

Viele Länder sind in Sachen 5G-Netz bereits besser aufgestellt als Deutschland. Das erste Land hat zudem verkündet, 5G nun flächendeckend ausgebaut zu haben – es handelt sich um das vergleichsweise kleine Fürstentum Monaco.

Hierzulande sind Investitionen von mehreren Milliarden Euro notwendig, um die infrastrukturellen Voraussetzungen für 5G zu schaffen. Damit der Umstieg von LTE auf 5G überhaupt machbar ist, müssen eine Reihe von Funkmasten modernisiert und zahlreiche neue errichtet werden.

Da 5G-Sendemasten eine geringere Reichweite als aktuelle Masten haben, werden Funkzellen – die Gebiete, die jeweils einem Sendemast zugeordnet sind – kleiner, aber dafür zahlreicher sein als bisher. Dadurch befinden sich weniger Geräte in einer einzelnen Funkzelle. Die Netze sind nicht nur belastbarer, sondern bieten auch eine deutlich bessere Leistung.

Der Fahrplan für 5G

Bis Ende 2019 will die Telekom die ersten 5G-Netze an ausgewählten Standorten testweise für Kunden zur Verfügung stellen. Zunächst sollen vor allem die Großstädte in den Genuss des High-Speed-Internets kommen. In Berlin, Bonn, Hamburg, München, Leipzig und Darmstadt sollen insgesamt rund 300 5G-Antennen errichtet werden. In Berlin und Bonn können Kunden 5G bereits stellenweise ausprobieren.

Ab dem Jahr 2020 soll der 5G-Netzausbau in Deutschland dann so richtig in Schwung kommen. Die 20 größten Städte sollen dann bis Ende des Jahres mit 5G versorgt sein – so lautet das ehrgeizige Ziel der Telekom. Für optimistische Kunden stellt das Telekommunikationsunternehmen auf Anfrage schon jetzt 5G-Tarife bereit – mit passendem 5G-fähigen Smartphone versteht sich.

Wer darauf hofft, ab sofort mobil mit High Speed im Internet surfen zu können, schaut allerdings erst einmal in die Röhre. Erst wenn weitere öffentliche Netze freigegeben sind, lohnen sich solche Tarife und Smartphones für Kunden. Noch ist die Abdeckung zu marginal.

Bis dahin bleibt LTE der schnellste zur Verfügung stehende Mobilfunkstandard, der uns auch noch einige Zeit lang begleiten wird. Und wenn du noch nicht so recht an die 5G-Revolution glauben magst, findest du bei uns Telekom-Tarife mit Handy – und LTE – zu Top-Konditionen.

Nach 4G kommt 5G: Warum der neue Standard kommen muss

Die Einführung von 5G als Mobilfunkstandard ist unausweichlich. Das Ziel lautet, mit dem neuen Standard mobiles Internet mit Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s bereitzustellen. Damit wäre 5G rund 10- bis 100-mal schneller als 4G.

Beachtliche Werte verspricht 5G auch im Bereich der Latenz: So soll der Mobilfunkstandard der fünften Generation einen Ping von einer Millisekunde ermöglichen, was de facto Echtzeitkommunikation bedeutet. Zum Vergleich: Die Reaktionszeit von 4G liegt ungefähr bei 20 bis 80 Millisekunden.

Warum ein schnelleres Netz nötig ist, bedarf kaum einer Erklärung: Schließlich ist die Datenmenge, der das Mobilfunknetz standhalten muss, seit Einführung des mobilen Internets rasant gestiegen – und ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen. Vielmehr ist zu erwarten, dass internetfähige Geräte wie Wearables und Smart Home Devices die Menge an Daten immer weiter steigen lassen:

Infografik: Gute Gründe für den mobilen Netzausbau | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Um die riesigen Datenmengen verarbeiten zu können, braucht es auf lange Sicht bessere und schnellere Netztechniken.

Was bringt der neue Mobilfunkstandard?

Wer sich mit 5G beschäftigt, stößt schnell auf das Schlagwort „Internet of Things“ (IoT). Als „Internet der Dinge“ bezeichnet man internetfähige Maschinen und Gegenstände, die miteinander vernetzt sind und kommunizieren können.

Experten gehen davon aus, dass das IoT die Arbeits- und Lebenswelten der Menschen verändern wird. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf die annähernde Echtzeitkommunikation, die 5G ermöglichen soll. So könnte das High-Speed-Internet folgende Bereiche nachhaltig beeinflussen:

  • Industrie 4.0: Chips und Sensoren in Maschinen sollen eine zuverlässige Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) ermöglichen. Auf diese Weise lassen sich Arbeitsprozesse optimieren und wertvolle Ressourcen sparen.
  • Smart Living: Smart-Home-Geräte werden immer beliebter und werden mit 5G als Mobilfunkstandard wohl auf noch mehr Interesse stoßen. Echtzeitkommunikation und hohe Übertragungsraten sollen das Wohnen in Zukunft noch komfortabler machen.
  • Autonomes Fahren: Die Möglichkeiten im Bereich des autonomen Fahrens stoßen sowohl in der Industrie als auch bei Verbrauchern auf Interesse. An Autobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen muss die Infrastruktur, die Echtzeitkommunikation ermöglicht, noch entstehen.

Smartphones mit 5G-Unterstützung

Auch wenn ein flächendeckendes 5G-Netz noch Zukunftsmusik ist, hindert das die großen Smartphone-Hersteller nicht daran, schon jetzt mit einer beeindruckenden 5G-Flotte auf den Markt zu strömen – frei nach dem Motto: „In ist, wer’s als Erstes hat!“

Hier findest du eine Auswahl an bisher oder bald erhältlichen 5G-Smartphones im Überblick:

  • Samsung Galaxy S10 5G, Samsung Galaxy Fold
  • Huawei Mate 20 X 5G, Huawei Mate X
  • Xiaomi Mi Mix 3 5G
  • Moto Z3 5G, Moto Z4
  • ZTE Axon 10 Pro 5G
  • OnePlus 5G
  • Oppo Reno 5G

Nicht alle 5G-Smartphones werden es auch auf den deutschen Markt schaffen – was in Anbetracht der geringen Verbreitung von 5G aber zu verschmerzen ist. Wenn du es dennoch nicht erwarten kannst, eines der Modelle in den Händen zu halten: Unsere Handytarife ohne Handy funktionieren auch mit einem 5G-Smartphone.

Fazit zum 5G-Netz

  • 5G verspricht Datenübertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s sowie geringe Latenzen.
  • Im Juni 2019 wurden die 5G-Frequenzen in Deutschland versteigert. Kurze Zeit später gingen die ersten Netze der Telekom in Berlin und Bonn testweise an den Start. Bis Ende 2019 sollen weitere Standorte folgen. Ab 2020 soll der Netzausbau weiter Fahrt aufnehmen und vor allem die Großstädte mit 5G
  • Obwohl Deutschland eine Vorreiterrolle anvisiert, wird der Ausbau des High-Speed-Internets einige Zeit in Anspruch nehmen. Verbraucher müssen sich gedulden.
  • Einige Smartphone-Hersteller haben bereits die ersten Modelle mit der neuen Technologie präsentiert und auf den Markt gebracht.
  • Wenn Milliarden Geräte und Maschinen weltweit vernetzt werden, wird das „Internet of Things“ mehr und mehr zur Realität.
Redaktion

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