05. März 2018

Weshalb auf einmal Vero?

Vero ist der aktuelle Hype in der Social-Media-Welt. Was steckt hinter der App, die Facebook und Instagram Konkurrenz macht?

vero

Facebook ist zu alt. Instagram zu lahm. YouTube sowieso immer da. Etwas Neues muss her! So lautet zumindest die Forderung aus der Social-Media-Welt. Befriedigt wird diese Sehnsucht seit Kurzem von der Social-Media-Plattform Vero. Dabei ist die App gar nicht so neu: Jahrelang dümpelte sie vor sich hin, ohne viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Woher kommt der plötzliche Hype um Vero?

Wer ein Konto bei einem der anderen Social-Media-Netzwerke hat, sieht in letzter Zeit in seinem Newsfeed regelmäßig Posts, in denen Nutzer auf Vero hinweisen. Auch so mancher Influencer postet stolz sein neues Vero-Social-Media-Profil, und macht damit seine Follower neugierig auf die App.

Woher kommt der plötzliche Vero-Hype?

Das ist die Frage, die aktuell viele Social-Media-Nutzer brennend interessiert. Wieso gerade jetzt? Und nicht schon vor drei Jahren? Immerhin gibt es Vero schon seit 2015. Quasi über Nacht stand die App Ende Februar 2018 in den Charts des Apple App Stores auf Platz eins – noch vor WhatsApp, Instagram und dem Facebook Messenger. Im Google Play Store belegte Vero immerhin den zweiten Rang.

Im Netz brodelt seitdem die Gerüchteküche, was den Hype um die App ausgelöst haben könnte. Viele vermuten dahinter bezahlte Influencer, die mit ihrer Profil-Erstellung bei ihren Followern gezielt Werbung für die App machten. Und dann setzte der Schneeballeffekt ein, ausgelöst durch die Angst, in der Social-Media-Welt womöglich das neue große Ding zu verpassen.

Die Macher von Vero streiten ein solches Vorgehen allerdings ab. Was allerdings stimmt, ist, dass Persönlichkeiten aus der Filmwelt und Popkultur davon überzeugt wurden, für Vero exklusiven Social-Media-Content zu erstellen. Darunter ist beispielsweise der Regisseur Zack Snyder, der auf seinem Account Set-Fotos von aktuellen Produktionen postet und eigens für die App einen Kurzfilm mit dem iPhone gedreht hat.

Wer steckt hinter Vero?

Nun könnte man sich fragen, wieso jemand wie Snyder dies für eine so unbekannte App wie Vero macht? Die Antwort lautet: Ayman Hariri. Der Milliardär ist Mitbegründer und Geschäftsführer der Vero-App sowie der Sohn des 2005 ermordeten libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq al-Hariri. Snyder und er haben sich auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung kennengelernt, in deren Rahmen eine Statistenrolle in einem von Snyders Filmen versteigert wurde.

Hariri ist als Geschäftsmann nicht unumstritten. Bis Juli 2017 war er stellvertretender Geschäftsführer bei Saudi Oger, einem der größten Bauunternehmen Saudi-Arabiens. 2016 geriet der Bauriese in die Schlagzeilen, als sich viele der südasiatischen Arbeiter darüber beschwerten, keinen Lohn erhalten zu haben. Wenig später verließ Hariri das Unternehmen.

Snyder ist aber nicht der einzige Prominente, der für Vero produziert. Deshalb ist stark davon auszugehen, dass Hariri ausreichend Geld in die App gesteckt hat. Vor diesem Hintergrund erscheint eine bezahlte Influencer-Kampagne, um einen regelrechten Vero-Hype auszulösen, nicht ganz abwegig. Die Social-Media-Plattform wäre auch nicht das erste Unternehmen, das sich dieser Methode bedient.

Was bietet die Vero-App?

Vero wirbt mit dem Claim „True Social“. Und wer etwas Latein beherrscht, weiß, dass der Name in die gleiche Richtung geht. Das Social-Media-Netzwerk will Schluss machen mit den Newsfeed, der mittels eines Algorithmus vorfiltert, was für seine User interessant sein könnte. Die Postings im Vero-Feed erscheinen unzensiert in chronologischer Reihenfolge.

Nutzer lassen sich einer von vier Kategorien zuordnen: Follower, Bekannte, Freunde und enge Freunde. Bei jedem Posting kann der User entscheiden, welche Gruppe dieses sehen darf. Außer den Anmeldedaten werden keine weiteren Informationen über den Nutzer gesammelt.

Damit hat sich Vero bewusst gegen eine lukrative Einnahmequelle entschieden: den Verkauf von Nutzerdaten – was im Hinblick auf die neue europäische Datenschutzverordnung ein interessanter Aspekt ist. Allerdings muss man bei Vero zur Verifizierung seine Telefonnummer angeben, was für viele Interessierte ein Ausschlusskriterium sein könnte.

Sobald man einige Freunde gefunden hat, kann es losgehen. Neben Bildern und Videos können Vero-User in einem Beitrag auch Musik, Links, Buchtitel und Orte posten. Damit bietet die App mehr als Instagram, jedoch nicht mehr als Facebook. Allerdings befindet sich Vero noch in der Beta-Phase. Also mal sehen, was da noch kommt.

Wie finanziert sich Vero?

Das Vero-Manifest stellt eindeutig klar, dass die Plattform werbefrei bleiben soll. Die Nutzer sollen für die App eine Jahresgebühr bezahlen, wobei die erste Million neu angemeldeter User lebenslangen kostenfreien Zugang erhalten soll.

Allerdings hat sich Vero bislang noch nicht zur Höhe der Gebühr geäußert. Zudem wurde die Aktion auf bisher unbestimmte Zeit verlängert. Weitere Einnahmen möchten die Betreiber durch Transaktionsgebühren von Händlern generieren, die ihre Produkte auf Vero über einen „Buy now“-Button vertreiben können.

Lohnt sich die Verofizierung?

Ob sich Vero nach Abklingen des Hypes neben den etablierten sozialen Netzwerken behaupten kann, wird sich zeigen. Nicht wenige fühlen sich an das Netzwerk Ello erinnert: Auch seine Betreiber setzen auf mehr Privatsphäre und keinerlei Werbung. Ello erlebte ein kurzes Hoch und verschwand dann wieder in der Bedeutungslosigkeit. Ganz zu schweigen von den dezentralen Netzwerken Diaspora und Mastodon, die nur wenige Nutzer dauerhaft überzeugen konnten.

Letztlich werden die meisten User sicherlich bei Facebook & Co. bleiben. Allerdings zeigt der Hype um Vero, dass tatsächlich ein Bedürfnis nach einer Alternative besteht. Jetzt heißt es abwarten, ob die Vero-App den Ansprüchen der Nutzer gerecht wird.

Titelbild: ©Vero

 

Redaktion

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