07. Mai 2021

Alles zur neuen Luca-App

Die neue Luca-App soll bei der Kontaktnachverfolgung helfen und so trotz Corona ein kleines Stück Normalität zurückbringen.

Luca-App: Was ist das und was kann sie?

Um die Kontaktnachverfolgung während der Corona-Pandemie deutlich zu erleichtern, hat ein findiges Team um den bekannten Rapper Smudo die Luca-App entwickelt. Erste Gesundheitsämter nutzen das clevere Tool bereits, doch Datenschützer haben Zweifel geäußert. Was hat die App wirklich drauf? Wir klären auf. 

So funktioniert die Luca-App

Das Wetter wird frühlingshaft, die Vögel zwitschern und eigentlich gäbe es jetzt nichts Schöneres, als mit Freunden im Biergarten zu sitzen oder Pläne für die anstehenden Sommer-Festivals zu schmieden – wäre da nicht Corona. Doch möglicherweise gibt’s jetzt die langersehnte Lösung in Form einer App. Luca heißt das innovative Tool, und die Nutzung ist denkbar einfach.

Nach dem Download der App registrierst du dich zunächst mit deinem Namen, deiner Anschrift und deiner Telefonnummer. Diese Daten werden schließlich in einem QR-Code gespeichert. Bevor du nun ein Restaurant, ein Theater, ein Geschäft oder eine andere öffentliche Location betrittst, checkst du dich einfach mit dem QR-Code ein und hinterlegst auf diesem Wege deine Daten.

Verlässt du das jeweilige Grundstück wieder, wirst du mittels Geofencing-Technologie automatisch ausgecheckt. Dabei greift die App auf die Standortfunktion deines Smartphones zu. Stellt sich heraus, dass eine der anwesenden Personen infiziert war, werden die entsprechenden Daten ans zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet.

Ein großer Vorteil an dieser Prozedur: Die Zettelwirtschaft würde der Vergangenheit angehören. Das käme nicht nur den Veranstaltern, Gastronomen und Ladeninhabern entgegen. Auch für Gäste und Kunden wäre es sicherlich sehr beruhigend, wenn sie wüssten, dass ihre Daten nicht irgendwo offen herumliegen würden und somit für jedermann sichtbar wären.

Die Luca-App ist aber ebenso für private Zusammenkünfte geeignet. Vor einem Treffen muss natürlich jeder Teilnehmer die Luca-App herunterladen. Anschließend erstellst du einen neuen QR-Code und teilst diesen mit deinen Freunden oder Familienmitgliedern. Diese können sich dann über den Code registrieren.

Luca-App: Wo ist sie verfügbar?

Die Luca-App gibt’s kostenlos im Google Play Store und im App Store – und zwar schon seit Anfang des Jahres. Rund 40.000 Betriebe sind bereits angebunden. Allein: Die App wird von den Behörden noch nicht flächendeckend eingesetzt. Nur eine Handvoll Bundesländer und Landkreise sowie einzelne Städte nutzen das Tool bislang, mit diversen Regionen laufen derzeit Verhandlungen.

Dabei wäre die Handhabe auch für die Gesundheitsämter überaus unkompliziert. Denn die Entwickler der Luca-App haben sogar an eine Schnittstelle für die Kontaktverfolgungs-Software der Gesundheitsbehörden gedacht. Zudem speichert die Luca-App die Daten der Nutzer – im Gegensatz zur Corona-Warn-App – zentral, was den Ämtern einen leichten Zugang zu ihnen ermöglicht. 

Sicherheitsbedenken: IT-Experten schlagen Alarm

Die Euphorie rund um die neue App wurde jedoch erst mal ausgebremst, denn IT-Fachleute haben eklatante Sicherheitslücken ans Tageslicht gebracht. Eine unabhängige Expertengruppe moniert, dass bereits minimale Programmier-Skills genügt hätten, um eine Schwachstelle der App zu nutzen. Auf diese Weise konnten Angreifer die Bewegungsprofile von Nutzern der Luca-App einsehen.

Besonders anfällig seien hierbei die mit QR-Codes versehenen Luca-Schlüsselanhänger gewesen. Diese können Nutzer als analoges Gegenstück zur App beantragen, wenn sie kein Smartphone besitzen oder die App nicht verwenden möchten. Ein Foto von einem solchen Schlüsselanhänger genügt, um die Bewegungshistorie des Besitzers zu rekonstruieren, so die Expertengruppe.

Nexenio, das Unternehmen, das hinter der App steckt, betonte, dass die Lücke mittlerweile geschlossen sei, doch die Zweifel bleiben. Datenschützer fordern eine dezentrale Speicherung der Nutzerdaten, um diese besser zu schützen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Durch die Luca-App soll die Kontaktnachverfolgung für Gesundheitsämter deutlich vereinfacht werden. Die Hoffnung ist, dass Gastronomen, Veranstalter und Ladenbesitzer dadurch trotz Corona-Pandemie wieder Gäste bzw. Kunden empfangen können.
  • Die persönlichen Kontaktdaten werden beim Betreten der Location durch das Scannen eines QR-Codes digital übermittelt. Beim Verlassen des Geländes erfolgt ein Check-out mittels Geofencing-Erkennung.
  • Erste Bundesländer nutzen die App bereits als Ergänzung zur Corona-Warn-App; mit weiteren Ländern, Landkreisen und Städten laufen momentan Verhandlungen.
  • IT-Experten warnen jedoch vor Sicherheitslücken: So sollen bereits rudimentäre Programmierkenntnisse ausreichen, um die Bewegungsprofile von Luca-Nutzern herauszubekommen.

 

©Shutterstock/Camilo Concha

Finja

Finja liebt gut gemachte Anwendungen und kennt (so gut wie) jede App. Wenn Sie nicht das Smartphone ihrer Freundin einrichtet, soll sie gerüchteweise auch mal in der analogen Welt unterwegs sein.

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