19. Juli 2019

FaceApp: Was passiert mit den Daten?

Eine vermeintlich neue App macht die Runde, die FaceApp. Doch die App und die Frage zum Datenschutz sind nicht neu.

Caschys Rückblick

Hand aufs Herz – schon einmal die AGB einer App gelesen, die gerade total angesagt ist? Richtig, kein normaler Nutzer macht das. So wie es die wenigsten auch bei größeren Angeboten wie Social Networks machen. Man vertraut eben gerne darauf, dass "die da hinter der Webseite" schon auf die Daten aufpassen.

Skandale wie Cambridge Analytica zeigen immer wieder sehr schön, dass "die da hinter der Webseite" eben nicht immer sorgfältig mit Daten umgehen. Umso wichtiger ist es, dass man bewusst damit umgeht, was man so in die Welt hinausposaunt.

Mittlerweile sind es sogar die großen Anbieter, die mehr und mehr auf Privatsphäre drängen. Apple hat es mit iOS und macOS vorgemacht, mit der nächsten Android-Version schaltet auch Google einen Gang bei der Verarbeitung von Nutzerdaten zurück und erledigt dann vieles direkt auf einem Smartphone, ohne die Inhalte auf Server zu laden.

Neuer Hype: FaceApp

Privatsphäre liegt im Trend, auch wenn sich die wenigsten überhaupt darüber bewusst sind. Und dann kam diese Woche der FaceApp-Hype auf. Eine kleine App, die 2017 schon einmal Wellen schlug, aktuell dank der #FaceAppChallenge wieder in aller Munde ist.

Die App analysiert ein Porträt und erstellt daraus ein Bild der Person, wie sie im Alter aussehen könnte. Das sogar ziemlich gut, die Ergebnisse sind durchaus beeindruckend. Sieht man zuhauf, wenn man die Tage durch Social Networks streift.

Wirft man aber mal einen Blick in die AGB der FaceApp, sollten sich einem die Nackenhaare aufstellen. Man tritt alle Rechte an den hochgeladenen Bildern ab, auch der Name darf verwendet werden. Das machte fast ebenso schnell die Runde wie die FaceAppChallenge selbst, fand nur nicht so viel Beachtung.

Nur einzelne Fotos werden genutzt 

Und warum auch? Schaut man in die AGB von Facebook, Google oder sonstigen Diensten, überall stimmt man der Datennutzung zu, in den meisten Fällen sogar sehr umfangreich.

Und so scheint es auch im Fall von FaceApp zu sein. Denn plötzlich wurden Stimmen laut, dass man nun eine russische Gesichtserkennungsdatenbank füttern würde, der Entwickler stammt schließlich aus Russland.

FaceApp ist der neue Trend. Doch wie gefährlich ist die Weitergabe der Bilder?

Eine gefährliche Denke, ohne viel Substanz. Denn Experten haben FaceApp unter die Lupe genommen. Ja, die App lädt das ausgewählte Bild auf einen Server – nicht aber etwa das ganze Fotoalbum, wie man in manchen lauten Warnungen lesen konnte. Die Bildmanipulation findet auf Servern statt, das hat schlicht mit der benötigten Rechenleistung zu tun.

Server in den USA und Europa 

Diese Server stehen aber nicht etwa in Russland, sondern in den USA und Europa, stammen von Amazon und Google. Was mit den gespeicherten Bildern allerdings passiert, das weiß keiner so genau.

Der Entwickler selbst sagt, dass hochgeladene Bilder in der Regel nach spätestens 48 Stunden gelöscht werden und diese auch nicht an Dritte gegeben werden.

Ob das stimmt, kann man nicht sagen, aber letztendlich ist es schon eine derbe Unterstellung, wenn man behauptet, eine Spaß-App würde missbräuchlich irgendwelche Datenbanken füttern.

Die AGB würden es in diesem Fall zulassen, der Nutzer stimmte ja zu. Aber oftmals sind AGB auch nur so formuliert wie sie es sind, um als Anbieter eine Absicherung zu haben, egal was da kommen möge.

Kein Mensch liest die AGBs 

Das Ding ist, es ist letztendlich völlig egal, was in den AGB steht, der Nutzer beachtet sie eh nicht. Und er erkennt oft die Gefahr nicht, die von vermeintlichen Spaß-Apps ausgehen. Das hat Cambridge Analytica gezeigt, das zeigt FaceApp jetzt wieder.

Generell ist man gut beraten, Trends auch einmal zu hinterfragen, bevor man munter mitmischt. Auf der anderen Seite muss man aber auch ganz offen sagen, dass die Privatsphäre, wie man sie noch vor 20 Jahren hatte, nicht mehr gegeben ist, sobald man sich online bewegt.

Wie geht FaceApp mit den Daten um?

Man kann zwar beeinflussen, wie viel man zusätzlich von sich preis gibt, aber selbst wenn man sich selbst schützt, kann man immer noch durch andere "geoutet" werden.

Das kann auf Fotos passieren, auf denen man zufällig mit drauf ist, aber zum Beispiel auch durch den Upload von Telefonbüchern – es ist ja bequem, bekannte Kontakte bei einem neuen Dienst direkt angezeigt zu bekommen. Da hat man dann selbst auch keinen Einfluss mehr drauf, mit welchen Telefonbüchern man selbst auf den Servern dieser Welt landet.

Daten werden zu leicht weitergegeben

Übrigens: Ein beliebtes Spiel in Social Networks sind auch immer diese Geschichten "Erstelle Deinen Superheldennamen aus dem Namen des ersten Haustiers, der Lieblingsband und dem Geburtsort".

So etwas wird tausendfach mitgemacht. Dass die Bestandteile dieser Fragestellungen, die es in zig Variationen gibt, dann Antworten auf häufige Sicherheitsfragen sind, beachten wenige.

Insofern ist es alles etwas scheinheilig, wenn man die AGB der FaceApp nun an den Pranger stellt. Aber so bietet sich auch einmal wieder eine gute Gelegenheit, den Nutzer zu sensibilisieren. Falls der sich während der Nutzung von Facebook, Snapchat und Google Fotos überhaupt sensibilisieren lassen möchte

 

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