03. Februar 2021

Clubhouse: Live-Debatten per App

Clubhouse hat einen regelrechten Hype ausgelöst. Hier erfährst du, wie die neue Social-Media-App funktioniert.

Clubhouse

Der heißeste Trend im aktuellen Social-Media-Kosmos hört auf den Namen Clubhouse. Was hat es auf sich mit der neuen App? Wie kann man selbst in einen Clubhouse-Raum eingeladen werden? Und welche Vorzüge bietet die neue Anwendung? Wir klären auf und verraten dir, warum Clubhouse keine Social-Media-App wie jede andere ist.

So funktioniert Clubhouse

Bei Instagram, Facebook, Twitter und Co. bist du es gewohnt, deine Zustimmung in Form von Likes zu zeigen. Durch die Kommentarfunktion haben die gängigen Social-Media-Kanäle zudem bisweilen den Charakter eines Forums bekommen. Letzteres gilt auch für Clubhouse – mit dem Unterschied, dass schriftliche Sympathiebekundungen oder Kommentare komplett wegfallen.

Stattdessen liegt das Augenmerk auf dem gesprochenen Wort. Die Clubhouse App soll als Plattform für einen mündlichen Austausch zu einem bestimmten Thema dienen. In verschiedenen Diskussionsrunden – den sogenannten Clubhouse-Räumen – erörtern Politiker, Influencer, Medien- und Kulturschaffende die unterschiedlichsten Sachverhalte.

Besprochen werden häufig politische Themen und Trendiges aus dem Kunst- und Kulturbereich. Aber auch Business-Themen erfreuen sich großer Beliebtheit. Clubhouse bietet somit einen erheblichen Mehrwert für all diejenigen, die sich weiterbilden und Input aus den verschiedensten Perspektiven aufsaugen wollen.

Ebenfalls zugegen ist ein Publikum aus interessierten Nutzern und – wie bei einer richtigen Podiumsdiskussion – ein Moderator. Dieser kann auch spontan einzelne Zuhörer auf die virtuelle Bühne holen, wenn diese per Knopfdruck die entsprechende Bitte äußern.

Übrigens: Als Nutzer hast du auch die Möglichkeit, eigene Räume zu eröffnen und so eigene Debatten zu initiieren. Diskussionsrunden können auch im Voraus geplant und angekündigt werden, um eine möglichst große Zuhörerschaft anzulocken. Die Kalenderfunktion hilft dir bei der Planung. In diesem Fall fungierst du selbst als Moderator und kannst Nutzern auf Wunsch das Wort erteilen.

Clubhouse: Beteiligung ist nur durch Einladung möglich

Leider ist es gar nicht so einfach, sich an den spannenden Live-Debatten bei Clubhouse zu beteiligen. Zunächst einmal ist die Clubhouse App noch ausschließlich für Apple-Geräte verfügbar. Wenn du also kein iPhone besitzt, kannst du dir Clubhouse gar nicht erst herunterladen. Es verdichten sich jedoch die Gerüchte, dass schon bald Android-Nutzer ebenfalls auf die App zugreifen können.

Darüber hinaus kannst du nur dann Teil der Clubhouse-Bubble werden, wenn du von einer bereits registrierten Person eingeladen wirst. Vor allem Letzteres hat dazu geführt, dass auf Clubhouse bislang ein recht exklusiver Zirkel an mehr oder weniger prominenten Personen mitmischt.

Grundsätzlich hat jeder Nutzer zwei Einladungen zur Verfügung, die er nach Belieben verschicken kann. Wer besonders aktiv ist, kann sich weitere Invites „dazuverdienen“. Eine gute Nachricht für alle, die vergeblich auf eine Einladung warten: Die Macher der App haben angekündigt, dass die Clubhouse-Räume mittelfristig jedem Nutzer offenstehen – auch ohne Einladung.

Darum ist Clubhouse (noch) so exklusiv

Warum wird die Clubhouse App momentan so exklusiv gehalten? Die Entwickler von Clubhouse betonen, dass sich das Projekt noch in der Beta-Phase befinde. Derzeit gelte es vor allem, Feedback von den Nutzern einzuholen, um die Infrastruktur für die breite Masse zu optimieren.

Allerdings sind sich Experten auch sicher, dass es gerade die Exklusivität ist, mit der die Entwickler ihre App attraktiver machen wollen. Denn nicht erst seit gestern ist bekannt: Wer das Gefühl hat, etwas zu verpassen, will dieses Etwas umso mehr. Und der Hype, der sich rund um die App entwickelt hat, gibt den Clubhouse-Initiatoren Paul Davison und Rohan Seth mehr als Recht.

Hatespeech ist ein echtes Problem

Wie andere Social-Media-Kanäle hat auch Clubhouse mit Hatespeech zu kämpfen. Diverse Nutzer haben im Rahmen der Diskussionen bereits über die Stränge geschlagen, indem sie sich rassistisch, sexistisch oder auf eine andere Weise unangemessen äußerten. Moderatoren griffen bisweilen nur halbherzig oder gar nicht ein.

Um diesem Problem Herr zu werden, hat Clubhouse beschlossen, die Debatten mitzuschneiden. Das geht jedoch zulasten des Datenschutzes – ein echtes Dilemma. Nur wenn es zu keinen Auffälligkeiten gekommen ist, werden die Mitschnitte gelöscht. Ein weiterer Kritikpunkt, der den Datenschutz betrifft: Clubhouse greift auf die Kontaktliste seiner Nutzer zu, um Schattenprofile zu erstellen.

Das Wichtigste im Überblick

  • In der Clubhouse App werden in virtuellen Räumen die unterschiedlichsten Themen diskutiert. Die Schrift-Komponente (Likes, schriftliche Kommentare) fällt komplett weg. Du kannst als Zuhörer beiwohnen oder dich aktiv beteiligen.
  • Sich bei Clubhouse zu registrieren, ist aber leider gar nicht ohne weiteres möglich: Um mitmischen zu können, musst du von einer bereits registrierten Person eingeladen werden. Jedem Nutzer stehen zu Beginn zwei Einladungen zur Verfügung.
  • Zudem ist die Anwendung momentan nur im App Store von Apple verfügbar. Android-Nutzer gucken in die Röhre.
  • Diese Exklusivität hat natürlich Einfluss auf das Publikum, das bei Clubhouse aktiv ist: Zurzeit sind vor allem (mehr oder weniger) Prominente wie Influencer, Politiker oder Medienschaffende in den Räumen zu finden.
  • Wie bei anderen Social-Media-Plattformen gibt es auch bei Clubhouse Fälle von Hassrede. Deren Bekämpfung geht zulasten des Datenschutzes.

Foto: ©Shutterstock/Boumen Japet

Finja

Finja liebt gut gemachte Anwendungen und kennt (so gut wie) jede App. Wenn Sie nicht das Smartphone ihrer Freundin einrichtet, soll sie gerüchteweise auch mal in der analogen Welt unterwegs sein.

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iOS Ratgeber