24. Oktober 2018

Apps programmieren – so gelingt der Einstieg

Eine App-Idee hast du, nun musst du sie nur noch umsetzen? Wir erklären, wie du eine eigene App programmierst.

DR-Apps-programmieren-Titelbild

In den App Stores von Google und Apple sind Millionen von Apps eingestellt. Jede dieser Apps wurde mehr oder weniger aufwendig entwickelt. Das Programmieren von Apps bedeutet natürlich einiges an Zeitaufwand und Mühe, Raketenwissenschaft ist es aber nicht. Insofern verspricht Apple nicht zu viel, wenn es auf der Website des Unternehmens heißt, dass „jeder programmieren kann“.

Die Anforderungen an neue Apps

Nicht jede entwickelte App schafft es in einen der App Stores. Denn Apple und Android führen ein spezifisches Prüfverfahren durch, um Sicherheits- und Qualitätsanforderungen zu gewährleisten.

Das Prüfverfahren ist im Laufe der Zeit immer anspruchsvoller geworden. Das lässt sich unter anderem auch daran erkennen, dass 2017 die Zahl der Anwendungen im App Store gefallen ist: von 2,2 auf 2,1 Millionen. Du solltest dich davon aber nicht entmutigen lassen. Bei den gelöschten Angeboten handelte es sich im Wesentlichen um veraltete Apps oder Malware.

Programmiersprachen für mobile Apps

Wie alle digitalen Anwendungen basieren auch mobile Apps auf einem Quellcode, der erst mal geschrieben werden will. Die beiden mit Abstand am weitesten verbreiteten mobilen Betriebssysteme Android und iOS setzen auf unterschiedliche Programmiersprachen:

  • Android-Apps basieren auf Java, der am häufigsten genutzten Programmiersprache für Webanwendungen.
  • iOS-Apps basieren auf der von Apple entwickelten Programmiersprache Swift. Auch Anwendungen für macOS werden in Swift programmiert.

Der Quellcode wird immer in einer Entwicklungsumgebung geschrieben – also einer Software, die im Wesentlichen dazu dient, Projekte anzulegen und zu verwalten, den Quellcode zu schreiben und die geschriebenen Anwendungen auszuführen. Google stellt dafür die Umgebung Android Studio bereit. Für Java brauchst du außerdem das Java Development Kit (JDK).

Screenshot einer Entwicklerumgebung zum Programmieren von Apps.

Innerhalb der Android-Entwicklerumgebung steht für dich eine Reihe von Beispielprojekten zum Download bereit. Mithilfe dieser praktischen Beispiele kannst du dir Programmiergrundlagen selbst erarbeiten und anschließend für eigene Projekte nutzen.

iOS-Apps lassen sich in der Umgebung Xcode (für macOS) schreiben. Alternativ kannst du für iOS-Apps die von Microsoft entwickelte Umgebung Visual Studios (auch auf macOS) verwenden. Apple stellt für den Einstieg einen Programmierkurs als kostenlose iOS-App und Handbuch bereit.

Die vier genannten Entwicklungsumgebungen stehen dir kostenlos als Downloads zur Verfügung. In diesen Magazin-Beiträgen findest du spezifische Informationen: Programmieren von Apps für Android und iOS.

Anlaufstellen für den Einstieg ins Programmieren von Mobile Apps

Wie eingangs erwähnt, erfordert es einigen Aufwand, die Syntax und Funktionalität einer Programmiersprache zu erlernen – egal, ob Java, Swift oder eine andere Sprache. Entmutigen lassen solltest du dich davon allerdings nicht.

Der Einstieg in die Welt der Klassen, Variablen, Operatoren und Arrays kann jedem gelingen. Die Lernkurve ist dabei steil und das Werkzeug steht mit den Programmiersprachen und Entwicklungsumgebungen kostenlos zur Verfügung. Hinzu kommt, dass es mittlerweile eine Vielzahl hilfreicher Programme und (Video-)Tutorials gibt, die einem den Einstieg erleichtern.

Eine ausführliche interaktive Einführung ins Programmieren im Allgemeinen und in Java im Speziellen findest du auf Gailer-Net. Lass dich vom Vintage-Layout nicht abschrecken. Es handelt sich um die Übersetzung eines bewährten Tutorials der Central Connecticut State University. Weitere Anlaufstellen sind:

Die App Learn Java (Android | iOS): Sie hilft beim Einstieg in Java mit übersichtlichen Kapiteln und interaktiven Wissensabfragen. Einen Nachteil hat die schön gestaltete App allerdings – es gibt bisher (Stand Oktober 2018) keine deutsche Sprachversion.

Der Swift-Blog erleichtert den Einstieg in Swift. Video-Tutorials ergänzen die einzelnen Kapitel. Die Entwickler von Learn Java bieten außerdem auch für Swift eine kostenlose App an.

Tutorial-Anbieter wie Video2Brain halten eine Reihe von Videokursen zum Thema App-Entwicklung bereit. Allgemeine Einführungen sind ebenso darunter wie spezifische Inhalte zu Entwicklungsumgebungen, einzelnen Entwicklungsschritten und Funktionen.

Screenshots zum Aufbau, den Inhalten und Aufgaben in Learn Java:

Apps erstellen ohne Programmiersprache

Du kannst auch ohne Programmierkenntnisse eine App erstellen. Möglich machen das Baukasten-Systeme, wie man sie auch von Websites kennt. AppConfector, AppYourself oder GoodBarber sind nur drei Beispiele von vielen, überwiegend kostenpflichtigen Angeboten.

Das Prinzip ist dabei im Grunde immer das gleiche: Man wählt aus einer Bibliothek die gewünschten Layout-Templates und Funktionen aus.

Wenn du dich entscheidest, eine App über einen solchen Baukasten aufzusetzen, solltest du dir vorab über die geforderten Kernfunktionen der App im Klaren sein und auf dieser Grundlage den Baukasten auswählen.

Fazit: Aller Anfang ist nicht (so) schwer

  • Wie jede andere Software werden auch Apps in Programmiersprachen entwickelt.
  • Android-Apps werden in der Programmiersprache Java geschrieben. Als Entwicklungsumgebung nutzt du Android Studio.
  • iOS-Apps werden in Swift geschrieben. Als Entwicklungsumgebung stehen Xcode oder Visual Studios zur Verfügung.
  • Im Netz findest du eine Reihe von Tutorials und Lernprogrammen für den Einstieg in Java oder Swift.
  • Das breite Angebot an Baukästen bietet die Möglichkeit, ohne Programmierkenntnisse eine App zu erstellen.
Redaktion

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